aus Kriegsfreiwilligen bestanden, aus jenen vorwiegend jungen Mannern,
welche bel Krlegsbeglnn aus relner Vaterlandsbegelsterung zu den Fahnen geeilt
waren. Aun wurden sie nach einer Ausblldung oon kaum mehr ale zwel
Monaten In improolflerten, nicht voll kriegsmäßig ausgerüsteten, mit Artlllerie
nur mäßig versehenen Verbänden und unter Führung teilwelse überalterter,
teilwelse schon im Frleden ale nicht voll kriegsverwendungsfählg zurückgestellter
Offizlere in die Schlacht geworfen. Aur die dringende Not des Vaterlandes
kann als Entschuldigung für dlesen ungebeuerlichen Schritt dienen. Die Lücke
von Warneton ble zum Meere zu stopfen, standen kelne anderen Kräfte mehr
zur Verfügung: unsere Zungmannschaft hat sie buchstäblich mit ihren Leibern
geschlossen — mit denen der Koten und mlt denen der Überlebenden.
Schon hatte der Herbst dle flandrische Tiefebene mit ihren unzähligen
Wasserläufen in einen Morast gewandelt. Die Engländer, durch den ersten großen
Nachschub aus England und Indien, wle auch durch französische Truppentelle
verstärkt, während hinter ihrem Rücken die 8. und 10. französische Armee aufmarschlerten,
erwarteten in stark befestigten Stellungen den Ansturm der jungen
deutschen Diolsionen. Am 20. Oktober begann das schreckliche Ringen auf einer
Front von 100 Kilometern Breite. Hler prallte jugendlicher Tatensturm, vorwärts
gejagt vom Ubereifer unerfahrener und oon oben her zu rücksichtelosem
Draufgehen angetriebener Führer, wider die kaltblütige Entschlossenheit englischer
Söldner, die genau wußten, daß sie an einer Stelle standen, deren Bebauptung
für die Heimat von kriegeentscheldender Bedeutung war. Der glelche
Wahn der Ubereilung, der in allen Westschlachten des Krlegebeglne unzähllge
Opfer edelsten deutschen Blutes gefordert hatte, trieb auch hlet unsere Jugendblüte
im buchstäblichen Sinne zur Schlachtbank.
Hler stürmten die berähmten Kompagnien unserer Zungmannen, das
„Deutschland über alles“ auf den Lippen, HDirxmupden und elne weltere Reihe
stark verschanzter belgischer Ortschaften und arbeiteten sich bis an die Ver beran,
unerhörten Opfern zum Trotz. Da waälzte sich ihnen eln unerwartetes Hinder--nis
entgegen. Während aus den feindlichen Stellungen Maschinengewehr--saloen
und Artillerichagel über dle Knaben hinwegdrausten, begann das Grundwasser,
das den Stürmern ohnehin schon vlelfach ble an dle Knie gestanden,
zu stelgen und zu steigen.. . Wer verwundet wurde, versank rettungelos in
einer beständig schwellenden Flut. Die felndllche Heereeoleltung hatte, die
immer wachsende Bedrängnle von ihrem lnken Flügel abzuwehren, die Dämme
durchbrochen, welche das Nlederungegetlet der Dser vor herbstlicher Überflutung
schützten.. Eine breite Uberschwemmungezone entstand vor dem
rechten Flügel des deutschen Angriffe und drängte zurück, was slch noch retten
konnte. Der Überflügelungeversuch war gescheitert.
Nun blieb nur noch der Ourchbruch. Die 4. Armee hatte schon zu
stark gelitten, ihr war dlese Leistung nicht mehr zuzumuten. So mußte die südlich
anschließende 6. Armee elnspringen. Aus ihr wurde eine Sturmgruppe
Fabeck geblldet, die am 30. Oktober in wlldem Anprall gegen die Südkante
der weiten Vogenstellung anrannte, welche die Engländer auf dem Höhenzug
östlich Bpern um die Stadt herumgelegt hatten. Aber Freuch wußte, es ging
ume Ganze. Er warf dle beträchtlichen Verstärkungen, die lhm zur Verfügung
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