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60. Jahrgang
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und Felertage). — Der
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Nr. 118
Rosenheimer An
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Schluß der — 1 1 Ubr !—* Nach dlesem Zeitpunkt kann far Aufnahme ind die lausende Togesnummer ncht mehr garantlert werden. Fü (clechteschrebenes Monuseriott wird leine Verantwortung Übernomm
Die heutige Kummer umfaßt 6 Seiter.
Keues vom Tage
20. Mai.
Der bayerische Finanzminister siellte für die
nächste Budgetperiode ein De2sizit von 12—15
Mitlnonen in Aussicht. Er rechnet mit Steuerzuschtägen
in Höhe von 20½.
In Vaden siellt sich nach den neuesten F Fe estslellungen
der Wehrbeitrag auf nur 31,5 Millionen.
Krupp zahlt 8,6 Millionen Murk
Webrbeitrag.
In Sachsen will die Regierung die Forterhebung
ießte Wertzuwachssieuer den Gemeinden überla
In Awanien sind neue Unruhen ausgebroch:n.
Essad Pascha versuchte durch Aufwiegelungen
einen Putsch gegen den Fürsten. Er wurde
jezt gefangen genommen und auf ein ösierreichisches
Kriegsschiff verbracht.
Nach weiteren Mitteilungen aus Duraz#o eröffnete
Essad Pascha das Feuer auf das Palais
des Fürsten. Es kam zu einem Kampf.
Lei demes mehrere Tote und Verwundete
gab. Italienische und österreichische Marinedetachements
sind gelandet und besetzten das
Palois und die Stadt.
vom Feorstelak.
(Kammer der Abgeordneten.)
München, 19. Mai.
Die Kammer der Abgeordneten fuhr heute
in der Beratung des Forstelats fort. Mit wiel
Aujmer! samkeit wurde die Rede des Finanzmintsters
von Breunig angehört, beionders als
er sich nach seinen einleitenden Ausführungen
über den Staatswald und seine Erträgnisse über
die allgemeine Finanzlage Boyerns und die
eventuelle Notwendigkeit von Steuerzuschlägen
zur Deckung eines Defizits äußerte. Wir berichlen
darüber an anderer Stelle.
Der Finanzminister knüpfte dabei an die letzten
Ausführungen der Abgg. Steininger und
ron Freyberg an und entgegnete, daß es nicht
ratlich erscheine, die Ueberschüsse aus dem Forstetal
noch höher einzustellen. Er habe Auftrag
die gesamt: Holzwerwertung so zu orbnen,
daß die Befriedigung des Lokalbedarfs
gesichert ist; es entspricht gewiß nicht den Absichten
der Forstverwaltung, lebererlöse aus
den Dotzverläufen zu erzielen. Der Käufer soll
Legeben.
auch einen entsprechenden Gewinn aus dem
Holz ziehen. Lolalverseigerungen werden überall
dort, wo ein entsprechendes Bedürfnis dafür
bestcht, eingerichtet. Daraus könn: man
entnehmen, daß die Forstverwaltung den einheimischen
Holjinteressen in besonderem Maße
entgegenlomme. Im Finanzausschuß habe ich
schon darauf hingewiesen, daß aus der Einnahme
aus der Holzverwertung in der Finanzperiode
1914.15 mit einer Mehreinnahme von
1 100 000 Mk. gegenüber dem Etatsansag gerechnet
werden kann. Wenn die vom Ausschuß
rorpenommene Erhöhung der Mehreimahmen
auf 1 754000 Mk. erreicht werden sollke, muhle
bedemender Mehrerlös aus dem Holzverlauf
erzielt werden; das dürfte aber kaum der Fall
sein. Noch weniger werde sich aber die Anregung
des Abg. Steininger durchführen lassen,
der aus den Forsteinnahmen gleich 2 bis
Milie onen über die Etatseinnahmen berechnet
hat. In dieser Forderung würde auch ein gwisser
Widerspruch liegen, denn einerfeits sotlen
wir dem lokalen Bedarf mit mäßigen Preisen
entucgenkommen, andererseits würde die Anregung
des Abg. Steininger eine bedeuteme
Preiserhöhung notwendig machen.
Nach seinem Finanzerpose, das sehr unerfreuliche
Aussichten eröffnet, ersuchte der Miniser
schließlich, den Vorstelat mit den gi; ern
anzunehmen, wie sie im Finanzausschuß fesi—
gesetzt worden sind. Die Ausführungen des
solgenden Redners, des Ministerialdirelror: Reiseneyger,
der forsttechnische Einzelheiten erörterte
und die Detailwünsche der Vorredner besprach,
sanden nach der Rede des Ministers anfangs
wenig Aufmerksamkeit. Nach diesem sprach noch
der Abg. Steininger (Ztr.), der auf seiner Auf.
fassung bestehen blieb, daß durch erhöhte na
setzung der Forfteinnahmen die Gebühren und
Stempelrorlagen der Regierung wohl nicht
nötig seien. Wenn für die nächste Budgelperiode
ein Defizit in Auesicht siehe, müsse eben
die Schuldentilgung herabgesetzt werden, wie es
Privatbetriebe auch machen.
Die Weiterberatung folgt am Mittwoch.
Die Finanzlage Bayerus.
15 Millionen Defizil in Aussicht.
20½0 Steuerzuschläge.
München, 19. Moai.
Der Finanzminister hielt heute in der Kammer
der Abgeordneten eine Rede über oie
Fanetischen Finanzen, die allgemein großes Auflehen
erregen wird. Er siellte für die nächste
Finanz neriode ein Defizit von 12 15 Millio—
nen in Aussicht und schaudert jezt schon davor
zurüd, zur 1 Deckung dieses Defizits dann Sten erO
änschläge in Höhe von 200% vertreten iu müssen.
Cneroisch mahnte er zum Sparen und immer vii
der zum Sparen; man müsse sich nach den Verhältnissen
richten und mit dem Schuldenmackhen
musse endlich ausgehört werden. Die Ausgaden
einer lebenden Ceneration müssen auch
ro'l dieser gedeäkt werden und zwar aus laufenden
Einnahmen. Aus den Darlegungen des
Ministers führen wir folgende Einzelheiten an:
Das Schuldenmachen.
Es wäre ein bedeutender IJrrtum und es würde
ein ungeheurer NRüdschlag auf den Kreeit
des hayerischen Slaates nicht ausbleiben, wenn
man die endlich einmal eingeführten Schul#eultilgungen
wieder beseitigen, oder nach irgend
einer Richtung beeinträchtigen wollte. Die Erfahrungen,
die ich auf dem Gebiete der Anleihe-=auinahmen
als Finanzminister gemacht habe,
und die auch die anderen Finonzminister Deutschlande
machen, zeigen, daß eine Inanspruchnahme
des öffentlichen Kredits in der Weise,
wie das früher gescheben ist, nicht mehr möglich
il. Staat und Kommunen rangieren jetzt
mit den anderen Gläubigern auf gleicher Stufe.
Es gibt Kreise und Leute, die private Angelegenheiten
vorziehen, weil in den letzten Jahrzehnten
bei den Kursen der Staztspabpiere
schwere Verluste eingetreten sind. Diese Erscheinungen
müssen zu denten geben und sie wuüfsen
es dem Staat und den Kommunen nahrlegen,
mit dem Schuldenmachen Einhalt zu tun
und sich bewußt zu werden, daß die Ausgaben
einer lebenden Generation und zwar. wenn ##öglich,
mit lausenden Einnahmen getilgt werden.
Es lam mit dem Schuldenmachen nicht so
weitergewirtschaftet werden, sondern es müssen
sich Parlamente und Gemeindevertretungen dar-
an gewöhnen, Ausgaben nur zu machen, wenn sie
sich auf laufende Einnahmen stützen. Ich halte
es für meine Pflicht, darauf hinzuwirken, da
da= Schuldenmachen tunlichst in geordneten Bahnen
Neibt und daß sich die Ausgaben tunlichst
auf laufende Einnahmen stützen.
Die neuen Sleuergesetze.
Man darf nicht davor zurütschrecken, wenn der
Slaat es für erforderlich gehalten hat, die noch
nolwendigen Einnahmen zur Abgleichung des
Burgets zu detfen durch Die vorliegenden Geseltze,
das Gebuhren und Stempelgesetz, die Zuwachziteuer
und die Zuschläge zur Erbschaftssleuer.
Das Zuwach-sleuergeiet habe ich in
einer reränderten Form dem Aueschuß zugele itet,
so daß jede Härte ausgemerzi erscheigt.
Wenn die Behauptung aufgestellt worden ist.
daß der Handel und der Immobilienverk: hr
durch das Gesetz belastet ver en, so ist das oft
miderlegt worden. Wenn?: Immobilienmarkt
belladgenswert darniedrrliegt. ! liegen dem ganz
andere Fattoren zu Grunde. Das neue Gebühren
geietz bedeutet im wesentlichen eine Verbesserung
der gesamten Einrichtungen des Gebührenwesens
und eine wesentliche Mehrbelastung
ist mit ihm nicht verknüpft. Das neue Stempelgesetz
beseitigt eine Neihe von Härten und
soll ausgleichend wirken. Wenn Bedenken gegen
einzelne Besltimmungen bestehen, so wird
die Regierung nicht abgeneigt sein, Verbesserungen
zu schafsen.
Große Ausfälle.
Von diesen Sleuergesetzen ganz abzusehen,
verträgt es sich nicht mit dem Charakter unseres
Stratshaushaltes. Dieser liegt so, daß sich
die Ausgaben jett mit den hinzugetrerenen
Nachtragsbewilligungen auf 942230 000 Mk.
slellen. Dem seeht, allerdings auf dem Papier,
eine Mehreinnahme von 1 762 200 Mk. gegenüber
infolge der Erhöhung der Einnahmen
aus dem Forstelat. Diese Einnahmeziffern werden
aber nicht eintreten; so haben wir bei dem
Postctat einen Ausfall von 100 000 Mk., die
Züwochsstener, die uriprünglich 1 500 000 Mk.
bringen sollte, wird infolge von Aenderungen
um 100000 Mk. weniger bringen, dann kann
da= hoch nicht beratene Stempelgesetz nicht, wie
bealsichtigt, am 1. Juli, sondern erst am 1.
Jannar 1915 in Kraft treten. Es ergibt sich
Gökt#in Dämon.
Noman von Richard Marlb.
„Als ich den Namen drausschrieb, stand
nichl- rarau, lein Wort: ich schwöre es. Es
waren nur fünf reine weiße Papierblätter, auf
Ehrenwort, das lann ich beschwören. Er bat sie
n und mir wollte er es in die Schuhe
hie
85 n#
es war merlwürdig, wie ich allen
andern e- Schuld zuschieben wollte, nur mir
selbst nicht! Wirklich sehr seltsam. Iu jener
Nacht war ich nicht gerade besonders glücklich.
halle eine Lunierdg mit der Götlin, aus
Bzaß ich etwas Trost schöpfte, wenn es auch nicht
d war. Am nächsten Tage war ich schon
entschlossener; wie es wohl # meisten geht,
wenn sie wissen daß der Tanz nun los geht.
iren siete, ich Karten mit Ferguson. Entn
Und ob! Sie bemogelten mich!“
· Stunth Seltsam übrigens. Deun es war
das aallererste Mal das ich beim Kartenspiel
mogelte und das letzte Mal. Sie verließen
Zimmer im Glauben mir 40 Ooo Mark zahlen
d müssen und mit der festen inneren Ueberzeugung,
daß der Mann, den Sie für Ihren Freund gẽbalten.
hatten, ein Lump sei as Bewußtse —
daß Sie diese Meinung von mir hatten, dra
das Gefäß bei mir zum Ueberlaufen. Ich ra
in Ihren E für gut gelten, und glaubte es
ei mir gelungen; nun war ich schließlich #
belcheitrt.“ vi Sie gingen, suchte ich Trost bei
er Gött
Ich holte e aus meinem Schlaszimmer 8
Hellte sie aul eigenen Thron. Ich w
gerade im Begriff, sie um eine ihrer unvergleichlichen
Vorstellungen zu bitren, als ich, mich
wendend, eine Dame in der Tüe stehen sah. Die
Dame * jetzt hier.“
zeigte mit einer Handbewegung auf
Fräulein Moorc. Sie schien wie bei, eeiner plötzbchen
Erinnerung zusammenzuschrecke
„Ja, ich weiß. hatte Mehreremale an die
Tür gellopft: niemand antworrtte. Ich versuchte
auf die Klinke zu drücken, die Tür ging auf,
Sie waren da.“
„Ein Glück für mich. Denn was ich vor
mir sah, war eine entzückende Erscheinung im
Strablen-Mantel mit einem Gesicht — einem
Gesicht, das einen Glücklicheren als mich, verfolgen
würde. Es war eine recht späte Stunde
für eine solch' entzückende Erscheinung, um einen
ersten Besuch bei einem einzelnen Herrn zu machen.
Aber als ich erfuhr, daß dies die Schwester des
talentvollen Tom sei, wußte ich geung. Und ich
erfuhr noch mehr als die Zunge der Dame erst
einmal gelöst war, denn seen bezanbernde
Misionen haben bisweilen Zungen. Ter teure
Tom hbatte seine Geschichte auf seine Art erzählt.“
s war so wahr wie die Bibel, jedes Wort.
das ich ihr iant hatte. Das will ich beschwören.“
„D llen Sie ohne Zweifel. Aber so, wie
die Enäbung über die Lippen der Dame lam,
erschien sie mir überraschend. Ich hatte teine
Ahnung, bis sie es mir sagte, daß ich cin solch
alter Sünder sei, und Tom unerfahren wie ein
Baby. Es schien. daß ich die Unschuld dieses Knaben.
zerstört hatte. Daß ich ihn so gar schreiben gelehrt
hatte — besonders anderer Leute Namen.
Mir llans das verwunderlich. atte den
jungen Tom getroffen, und fragte mich
Kucorr, ob seine Schwester je mit ihm minmen
gewesen !3 ich kannte etwas von seinem Leben,
und konnte nicht annehmen, daß sie auch nur
gine Ahnung davon haite. Jedenfalls war ich
roh, zu hören, daß eine so reizende Dame einen
solch vortrefflichen Bruder hatte, weueeh er
unglücklicherweise solch' merlwürdige Gefährten
hatte. Ueber einen derselben gab sie mir, glei
bändeweise, gerade ihr Urteil ab, als die Tür si
wieder öffnetc, diesmal glaube ich wirklich ohne
vorheriges Klopfen, denn ich kann unmöglich annehmen,
daß die Stimme der Dame ein Klopfen
übertönt haben sollte. Mein Bruder war der
Unterbrecher — der ungeladene, unerwünschte
Unterbrecher unseres 16t0-àtcte
ch wußte, das Ende war gelommen; das
Spiel war aus. Ich wußte es im selben Moment;
es stand auf seinem Gesicht geschricben. Wenn
er in Wut war, schien er förmlich anzuschwellen,
als wenn der Sturm der Leidenschaft ihn aufblase.
Nie vorher hatte ich ihn so groß gesehen.
Er bebte — aber nicht aus Angst. Seine; Finger
öffnelen und schlossen sich lramplkhaft, seine Lippen
waren verzerrt, er atmete keuchend und seine Augen
traten aus ihren Höhlen. Es bedurfte nur eines
einzigen Blickes für mich, um zu wissen, daß
er erfahren hatie, daß ich gelogen habe, und daß
jetzt die Abrechnung lam.
Ich weiß nicht, ob er sah, daß eine Dame bei
mir War. Jedenfalls nahm er leine Noliz von
ihrer Anwesenheit, nicht einmal durch Lüften
des Hutes. Sobald er mich sah, lam er mit
kleinen, eckigen, hastigen Bewegungen ins Zmmer,
die, wie ich aus Erfahrung wußte, znweserlich
Vorläufer Jies maßlosen Wr* 3 waren
ch töte Dich! Ich sote Dich! Ich töte Dich!-Er
wiederholte diese drei Worte unaufhörlich,
als spräche er mehr zu sich selbst als zu mirz;
mit elner beiseren Stinmc, die schon an und für
zm klang.
sich unen genuc
Die Göttin!“
1
Mein erster Gedanle war:
Al# hatte er von Anfang an ein Auge für
die n#uigen dramatischen Effelte gehabt, so riß
Lawrene, als er bis bierher getommen war,
mil einer raschen Bewegung den roten Schirm
berunter, so daß er polternd zu Boden fiel. Die
Arme „weit ausflredend rief er:
Sehet! Die Göltin!“
Ich weiß nicht, was die andern, noch was
ich zu sehen erwartet hatte. Mir hat#te unklar
etwas von ciwas Entsetzlich= Grausigem vorgeschwebt;
von etwas Menschlich-Unmcuschlichein;
weder Tokem noch Lebendigem. Was ich tatsächlich
sah, machte mich momentan starr vor Staunen.
Aber schon im nächsten Moment sah ich meine
eigene Tummhrit ein. Vieles von dem Vordergegangenen
häule mich gerade bierauf vorbereitet
haben können. Nur meinc geistige Schwersälligleit
hatte mich verhindert zu seben, worauf Lawrence-
Wte abzielten. Und dochlieferte das, was
h, auch leine genügende Erllärung: warf
Wfolar kein Licht auf das, was ich in meiner
nächtlichen Vision gesehen hatte.
Der umfallende Wandschirm hatte ein Götzenbilr
enthüllt: augenscheinlich eine HinduGön.
Sie hockte scheinbrn auf ninem Een olz- Pieeltel.
etwa vierzig bis fünfzig Zenlimeter vom oden
— W Figur war sast anderthalb Meter
(Fortsezung folgt.)