Ei zugleich wachsen. Ihre Adern erweitern sich und führen reichlicher
Blut, vorzugsweise an der Stelle, wo der Mutterkuchen sich
bildet. Besonders aber nimmt die Muskelmasse der Gebärmutter zu,
so daß trotz der beträchtlichen Vermehrung ihres Umfanges ihre Wände
am Ende der Schwangerschaft fast noch dieselbe Dicke besitzen, wie im
ungeschwängerten Zustande. Die Blutfülle erstreckt sich auch auf den
Gebärmutterhals. Daher erscheint der Scheidentheil desselben bei
der Betastung weicher, geschwollener, seine Schleimhaut sammetartig
aufgelockert.
F. 50.
In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft wird das
kleine Becken von der vergrößerten Gebärmutter mehr und
mehr gefüllt. Vom 4. Monate an findet sie in demselben nicht
mehr genügend Raum und ist daher genöthigt, in die Bauchhöhle
emporzusteigen. Immer neigt sich der Gebärmuttergrund, sobald
er sich über den Beckeneingang erhebt, nach vorn, während der Scheidentheil
nach hinten in die Höhe weicht. Während der ganzen Dauer
der Schwangerschaft liegt nun, mit sehr seltenen Ausnahmen, die Gebärmutter
der vorderen Bauchwand unmittelbar an, indem sie bei
forrschreitender Vergrößerung die Gedärme mehr und mehr nach hinten,
zu den Seiten und in die Höhe drängt. Uebrigens bleibt sie
im Bauchraume bis zu einem gewissen Grade beweglich und sinkt mit
ihrem Grunde gewöhnlich nach derjenigen Seite herüber, auf welcher
die Schwangere liegt, bisweilen mit einer leichten Drehung, so daß
der entgegengesetzte Seitenrand sich mehr nach vorn kehrt. Am häufigsten
findet man sie nach rechts geneigt.
S. 51.
Auch die Scheide wird blutreicher und durch die Auflockerung
und Vergrößerung ihrer Wände weiter und dehnbarer. Ihre Schleimhaut
bekommt eine bläuliche Färbung und läßt sich weicher, feuchter
und wärmer anfühlen. Durch die Schwellung des Scheidengewölbes
wird der Scheidentheil der Gebärmutter verkürzt.
Eben so schwellen in Folge der vermehrten Blutzufuhr die äuße
ren Geschlechtstheile etwas an, und die Schamspalie wird klaffend.
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