Full text: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Zweiter Band: Von der Mitte des sechzehnten bis zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. (2)

Der Leipziger Convent. 151 
verfassung zu veranstalten, von welchen Kursachsen 9000 Mann 
zu Fuß und 2000 zu Roß übernahm nach geschehener Rüstung 
sollte ein Ausschuß zur näheren Bestimmung über dieselbe 
zusammenberufen werden. Der französische Gesandte, welcher 
sich in Leipzig eingefunden hatte, wurde abgewiesen, ebenso 
die Anerbictungen des Königs von Schweden, welche Chemnitz 
und Graf Solms überbrachten. Eine geheime kursächsische 
Nebenresolution erklärte eine Conföderation geradezu für be- 
denklich, behielt wegen der angetragenen Direction weitere Ent- 
schließung vor und versprach nur, wenn die Defensionsordnung 
gehindert werden sollte, auf Ansuchen, soweit es verantwortlich, 
Handbietung zu thun. Damit schloß 2./12. April der Convent ½). 
Gleichzeitig rief der Kurfürst die gesammte Defension an Ritter- 
pferden und Fußvolk zu den Waffen. 
Mit Recht erregte dieser ohnmächtige Versuch, den Gedanken 
einer bewaffneten Neutralität zur Geltung zu bringen, den 
Spott der Gegner. Und doch hätte sich Johann Georg sagen 
sollen, daß, nachdem er einmal soweit gegangen, auch dieser 
schon hinreiche, um des Kaisers Zorn und Rache auf sich zu 
ziehen. Die Autwort desselben auf die Beschwerde des Con- 
vents, welche der Geheimerath Hegemüller nach Dresden über- 
brachte, lautete vollständig abweisend, während gleichzeitig durch 
scharfe Mandate den Evangelischen jede Werbung untersagt, 
denen des schwäbischen und fränkischen Kreises sogar Con- 
tributionen zum Reichskriege zugemuthet wurden. Dies und 
die fortlaufenden Beschwerden über die räuberischen Einfälle 
von Exulanten über die böhmische Grenze, Ermordung kaiser-= 
licher Ofsiziere in Sachsen, Unterstützung Magdeburgs aus den 
benachbarten sächsischen Gebieten, Tillys Forderung die Amter 
Gommern und Barby besetzen zu dürfen, hätten ihn von der 
Unhaltbarkeit seiner Stellung zum Kaiser überzeugen müssen. 
Wenn er aber auch in seiner Antwort (20. Mai 1631) auf 
Hegemüllers Werbung an der Nothwendigleit und Gesetz= 
mäßigkeit des leipziger Schlusses festhielt, die verlangte Hilfe 
1) ILondorp IV, 130 „ulJ. Vgl. Nöse a. a. O., S. 141 u. 356 
und Helbig, Gustav Adolf, S. 33.
	        
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