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und fand an Joh. Matthias Gesner, 1730—1734, Rector der
leipziger Thomasschule, dem Juristen Korte und Joh. Fr.
Christ tüchtige Pfleger; im Jahre 1723 erhielt Wittenberg
eine Professur der Antiquitäten; als Schulmänner wirkten
ferner die Philologen Cellarius zu Weißenfels, Zeiz, Merse-
burg, Weimar und endlich zu Halle (st. 1707) sowie Benj.
Hederich, geb. 1675 zu Geithain (wo auch der Mytholog
Damm 1699 geboren wurde) und 1746 als Rector in Großen-
hain gestorben; das Schulwesen erhielt durch die Instruction
von 1724 „wie die Information in den deutschen Schulen der
kursächsischen Lande einzurichten“, eine bessere Grundlage. Die
Geschichte wurde noch nach den vier Weltmonarchien gelehrt
und umfaßte in diesem Schema auch die Kirchengeschichte, wes-
halb Mencke, als 1714 Mag. Sieber mit Vorlesungen über
Kirchengeschichte anftrat, sich als Professor historiarum wenig-
stens dem Prädikat Prosessor bistoriae ecclesiasticae widersetzte.
1702 wurde Geschichtsunterricht in der meißner Fürstenschule
eingeführt, mathematischer erst 1729. J. J. Mascov, seit
1719 Professor der Geschichte und des öffentlichen Rechts
in Leipzig, erössnete durch seine leider unvollendete Geschichte
der Teutschen bis zu Anfang der fränkischen Monarchie
(1726) der nationalen Auffassung seiner Wissenschaft und in
derselben dem Gebrauche der deutschen Sprache die Bahn,
während auf dem Gebiete der sächsischen Specialgeschichte Burkh.
Mencke's noch jetzt nicht ganz entbehrliche Sammlung von
Quellenschriftstellern und durch ihre urkundlichen Beilagen Glafey'6
Kern der sächsischen Geschichte (1721) schätzbar wurden, der
Pfarrer J. J. Vogel (1060—1729) sich durch seine Annalen
von Leipzig 1) um seine Vaterstadt verdient machte und J. G.
Horn sich durch seine Biographieen Heinrichs des Erlauchten und
Friedrichs des Streitbaren die Bestellung zu Mencke's Nachfolger
als kursächsischer Historiograph erwarb; jenes Vorgänger in
1) Der größte Theil eines umsänglicheren Werkes über Leipzig wurde vom
leipziger Ralhe unterdrückt und selbst das davon Vorhandene noch lange
nachher sorgsältig aufgekanft. Das in neuerer Zeit wieder aufgesundene
vollständige Mannscript befindet sich auf der leipziger Rathsbibliothek.