Full text: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Zweiter Band: Von der Mitte des sechzehnten bis zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. (2)

1757 
1768 
1759 
1762 
478 Der siebenjährige Krieg. 
sie scharenweise auf österreichisches oder polnisches Gebiet, so 
daß kaum ein Drittheil in den ihnen angewiesenen Stand- 
quartieren Halle, Magdeburg, Halberstadt und Frankfurt a./O. 
ankam. Das Regiment Friedrich August und ein Bataillon 
Prinz Taver, die sich für ihr gespartes Geld heimlich Munition 
zu verschaffen gewußt hatten, brachen im Mai 1757 auf dem 
Marsch von Berlin nach Schweidnitz plötzlich los und bahnten 
sich den Weg nach Polen 1). Die Meisten sammelten sich in 
Prag; in Ungarn darauf neu bewaffnet, eingetheilt und für 
ihren Kurfürsten vereidigt, wurden sie vom 1. April 1758 
an als ein 10000 Mann starkes Corps in französischen Sold 
gegeben und marschirten durch Baiern nach dem Elsaß; Prinz 
Taver übernahm den Oberbefehl über sie und die Dauphine 
schenkte ihnen 24 Kanonen. Sie bildeten einen Theil des unter 
Soubise, später unter Contades in Deutschland agirenden Heeres 
und zeichneten sich bei mehr als einer Gelegenheit durch Tapfer- 
keit aus 2), hatten rühmlichen Antheil an den Siegen der 
Franzosen bei Lutterberg, 10. October 1758, und bei Bergen, 
13. April 1759, und halfen wenigstens bei Minden, 1. August 
1759, als die Einzigen, die noch in Ordnung standen, den Rück- 
zug der Geschlagenen decken, erlitten jedoch 15. Februar 1761 
bei dem Versuche die Vereinigung hanuöverscher und preußischer 
Truppen zu hindern bei Langensalza durch General Spörken eine 
empfindliche Niederlage; am 10. October desselben Jahres 
nöthigte Kaver Wolfenbüttel durch Bombardement zur Über- 
gabe, mußte dagegen die Berennung Braunschweigs nach großem 
Verluste aufgeben und ließ sich noch 23. Juli 1762 bei Lutter- 
berg von Prinz Ferdinand von Braunschweig aufs Haupt 
schlagen, wobei er 13 Kanonen und 1200 Gefangene verlor. 
Mit Annäherung des Winters ging das preußische Heer 
aus dem nördlichen Böhmen nach Sachsen zurück, um hier von 
der voigtländischen Grenze bis nach Schlesien hinein Winter- 
1) Aster, S. 472 ff. Huschberg, S. 140. 
2) Heyne, Journal von den Feldzügen der Sachsen in den Jahren 
1757—1762. 6 Theile 1772—1773.
	        
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