Full text: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Zweiter Band: Von der Mitte des sechzehnten bis zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. (2)

Schlacht bei Roßbach. 185 
erreichter Befreiung Sachsens durch einen concentrischen Angriff 
auf das Herz der preußischen Monarchie die Entscheidung her- 
beizuführen, keine Beachtung und daher kam es, daß zwischen 
den Operationen der französischen und Reichsarmee und denen 
der Osterreicher durchaus kein Zusammenhaug stattfand. Jene 
wichen, sobald Friedrich sich gegen sie wendete, bis Eisenach 
zurück, rückten aber, als der König durch die Nothwendigkeit 
die von allen Seiten bedrohte Mark zu decken abgerufen wurde, 
wieder vor, um in Sachsen Winterquartiere zu suchen, plün- 
derten die Dörfer auf dem Wege und erschienen 24. October 
vor Leipzig. Einer Depntation des Raths versprach Hildburg- 
hausen möglichste Schonung der Stadt, wenn sich die preußische 
Besatzung kriegsgefangen gäbe, allein Feldmarschall Keith, ob- 
gleich nur 9000 Maun stark, erklärte sich aufs äußerste ver- 
theidigen zu wollen und drohte die Vorstädte abzubrennen, als 
die unverhoffte Ankunft des Königs, 26. October, die Feinde 
über die Saale zurückscheuchte. Unwerzüglich ergriffen nun die 
Preußen die Offensive und abermals wurden die weiten Ebenen 
dieser Gegend der Schauplatz blutiger Entscheidung. Bei Halle 
ging Keith, bei Merseburg und Weißenfels der König über die 
Saale, den mehr als doppelt so starken Feind mit uur 22000 
Mann aufzusuchen. Er fand ihn 5. November bei dem Dorfe 
Roßbach, da Soubise gegen seine anfängliche Ansicht in die 
Schlacht gewilligt hatte, auf welcher Hildburghausen, bestärkt 
durch den deshalb zu ihm gesendeten sächsischen Geueral v. Dy- 
herrn, bestand. Aber statt der Befreiung Sachsens brachte 
sie ein furchtbares Strafgericht über den französischen Ubermuth 
und die Elendigkeit des Reichs. Die Niederlage bei Noßbach 
brach Friedrichs Todfeindin, der Kurfürstin von Sachsen, das 
Herz; ohnehin schon kränkelnd wurde sie zwölf Tage darauf, 
17. November, todt im Bette gefunden. 
Bis auf cinige Grenzorte des Gebirges, in denen die 
OÖsterreicher nach Räumung der Oberlausitz nur noch wenige 
Vortruppen stehen hatten, blieb Sachsen nach wie vor in der 
Hand der Preußen, und der König wies seinen Bruder Heinrich, 
welcher als Befehlshaber der in Sachsen stehenden Truppen
	        
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