Full text: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Zweiter Band: Von der Mitte des sechzehnten bis zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. (2)

1758 
188 Der siebenjährige Krieg. 
Fahne gezwungen, 1758 deren 9281, außerdem 4832 als 
Ersatz für Desertenre und dann noch weitere 4200 ausgehoben. 
Auf Verheimlichung eines Deserteurs stand 300 Thaler Strafe, 
wogegen eine Verordnung des rechtmäßigen Landesherrn alle 
noch daheim befindlichen kriegstüchtigen jungen Leute aufforderte 
sich an bestimmten Orten bei den sächsischen Offizieren zu mel- 
den, deren sich bei den verbündeten Heeren überall befanden 
und die solche Revertenten in Empfang nahmen und weiter 
beförderten. Zu den schlimmsten Plagen gehörte endlich auch 
die leichte Münze, mit der Friedrich in seiner Geldnoth 
von den in Beschlag genommenen sächsischen Münzstätten 
aus Sachsen überschwemmte und die von Jahr zu Jahr 
geringhaltiger wurde. Namentlich seit 1759 ließ er zu Leipzig 
von den berliner Juden Ephraim, Itzig & Co. leichte Acht- 
groschenstücke mit sächsisch-polnischem Stempel und der gefälschten 
Jahrzahl 1753, die berüchtigten Ephraimiten, prägen, von 
denen zuletzt für 45 Thaler auf die Mark Silber giugen; ein 
neuer Augustd'or hatte nur 1 Thaler 13—14 Sgr. Silber- 
werth, wogegen ein alter 20 Thaler neuer Münzen galt ½). 
Und doch fanden die armen Bewohner Sachsens diese wenigstens 
mit einer gewissen Ordnung geschehenden Erpressungen immer 
noch erträglicher als die Plünderungen ihrer Freunde, der Oster= 
reicher und Reichstruppen. 
Zum Glück blieb der Kriegsschauplatz während der ersten 
Hälfte des Jahres 1758 den sächsischen Grenzen fern. Erst 
als Friedrich nach dem verunglückten Feldzuge in Mähren sich 
den Russen entgegenwerfen mußte, suchte Daun seine Entfer- 
nung zu benutzen um unter Mitwirkung der vom Herzog von 
Zweibrücken befehligten Reichsarmee, welche bioher dem Prin- 
zen Heinrich eine Reihe kleiner aber sehr blutiger Gefechte um 
die Pässe und Anhöhen des Erzgebirges geliefert hatte, Sachsen 
zu erobern. Während letztere aus Böhmen vordringend 5. Sep- 
tember den Sonnenstein einnahm, näherte sich Daun von 
Görlitz her der Elbe, um ihr die Hand zu bieten und von 
1) Klotzsch, Chursächsische Mlinzgeschichte, S. 810.
	        
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