498 Der siebenjährige Krieg.
steuern mit 14 neuen vermehrt worden, was eine Summe
von 192187 Thalern zu Wege brachte, und da der Kriegs-
zustand das Zusammentreten der Stände verhinderte, so
schrieb der König die Abgaben und Stenern auf die Jahre
1762 und 1763 von Warschau aus gegen besondere Re-
versalien aus 2).
Auf die Leiden des Jahres 1760 brachte das folgende
wenigstens insofern einige Erholung, als der große Krieg sich
nach Schlesien zog. Nachdem der König von Meißen aus dort-
hin aufgebrochen war, fiel abermals dem Prinzen Heinrich die
Aufgabe zu Sachsen zu schirmen sowohl gegen Daun, der
fast unangreifbar hinter dem plauenschen Grunde lag, als auch
gegen das jetzt von Serbelloni geführte Reichsheer, welches
sich zwar bis an die Zschopan vorwagte, bald aber wieder hin-
ter die Elster zurückwich. Erst Anfang November machte Daun
von seiner Uebermacht Gebrauch, indem er den Prinzen zwang,
ihm das Land bis zur Mulde und Zschopau zu Winterquar-
tieren zu überlassen und sich auf den ausgesogenen Strich des
linken Elbufers von Meißen bis Döbeln und Borna zu be-
schränken. In dem Aufhören der englischen Subsidien fand
Friedrich eine neue Nöthigung Sachsen auf das härteste heim-
zusuchen, so daß sein weicherer Bruder lieber den Oberbefehl
abgegeben hätte. Bei Eröffnung des Feldzugs von 1762 hatte
dieser 42000 Mam, aber 45000 Osterreicher unter Ser-
belloni, ungerechnet das Reichsheer unter dem Befehle des
Prinzen Stollberg, gegen sich. Trotzdem wußte er aus dem
Fehler des Ersteren, der seine Truppen zu weit auseinander
gelegt hatte, Nutzen zu ziehen um seine Quartiere auszu-
dehnen, ging 12. Mai bei Noßwein und Döbeln über die
Mulde, drängte die Osterreicher bis Freiberg zurück und trennte
sie von der Reichsarmee, welche Seidlitz aus Sachsen nach Hof
jagte 2); einzelne Abtheilungen der Preußen streiften sogar nach
Böhmen. Ze mehr die Aussichten auf eine Aussöhnung zwischen
1) Gretschel III, 137. Büsching, Magazin XI, 14 ff.
2) v. Schöning III. 338 ff.