6600 Kurfürst Friedrich August III.
General v. Zezschwitz überzeugte sich von der Schnecke aus
durch den Angenschein von der Niederlage des Fürsten bei
Vierzehnheiligen, er sah Augerean aurücken und ihn umklammern,
dennoch wollte er von einer Räumung des ihm anvertrauten
Postens, dessen Behanptung ihm der Fürst wiederholt auf die
Seele gebunden hatte, nichts hören; erst als er sah, wie auch
das zu spät auf dem Schlachtfelde eingetroffene rüchelsche Corps
in die allgemeine Flucht mitfortgerissen wurde, gab er Befehl
zum Nückzug. Es war zu spät; von Kavalerie auf allen
Seiten angefallen, wurden die braven Sachsen entweder nieder-
gehauen oder gefangen; unter letzteren befanden sich die Generale
v. Burgsdorf und der sechsundsiebenzigjährige Niesemeuschel.
General Zezschwitz schlug sich mit ungefähr 400 Reitern zu
seinem Bruder durch und entkam glücklich über die Ilm nach
Büttelstädt und Sömmerdaz dort traf er den bei Auerstädt
geschlagenen König von Preußen. Andere todesmatte Trümmer
der Sachsen führte Cerrini, nachdem er sie am Weibicht bei
Weimar gesammelt und mit ihnen soweit möglich den allge-
meinen Rückzug zu decken gesucht hatte, nach Cölleda und stieß
in Frankenhausen zu einer preußischen Abtheilung unter General
v. Tschammer; andere wurden nach anderen Richtungen ver-
sprengt, die meisten derselben schlossen sich der Flucht der
Preußen über Erfurt nach Langensalza und Sondershausen an.
Der Verlust der Sachsen betrug an Todten und Vermißten
23 Offiziere und 603 Gemeine, an Gefangenen 199 Offiziere
und 7110 Mann 1). Von den Geschützen waren nur wenige
gerettet.
An das Schicksal der gefangenen, nicht der geretteten
sächsischen Truppen knüpfte sich diesmal sonderbar das Geschick
des Landes und seines Fürsten an. Am Tage nach der Schlacht
ließ sich Napoleon die gefangenen sächsischen Offiziere vorstellen
und versicherte ihnen in einer von Marschall Lefebre, dann
traf, welches dasselbe so oft vergebens attaquirt hatte, ließ der Komman-
daut desselben cs aufmarschiren, Parademarsch blasen und das vorüber-
ziehende Bataillon salutiren. v. Montbe II, 212.
1) v. Montbée II, Beil. A.