Full text: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Zweiter Band: Von der Mitte des sechzehnten bis zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. (2)

Bergbau. Handel und Industrie. 6 
Lcop. v. Buch gehörten zu Werners Schülern und, welchen mäch- 
tigen Eindruck die neue Wissenschaft und die Persönlichkeit des 
großen Mineralogen auf ihre Jünger machte, davon gibt No- 
valis in den „Lehrlingen von Sais“ und dem „Heinrich von 
Ofterdingen“ den sprechendsten Beweis. Von Freiberg ging auch 
eine geognostische Untersuchung des ganzen Laudes aus; säch- 
sische Bergleute waren in allen Theilen der Welt, wo es Berg- 
bau gab, willkommen. Nachdem Bergrath Gellert, des Dichters 
Bruder, das in Wien erfundene Amalgamiren nachgcahmt 
und verbessert hatte, wurde ein Amalgamirwerk auf der Hals- 
brücke errichtet, das nicht nur jährlich 10000 Klaftern Holz 
ersparte, sondern auch den Silberertrag ungemein erhöhte. Im 
Jahre 1762, wo allerdings der Bergbau durch den Krieg noch 
daniederlag, brachte er 1400, 1801 52700 Mark Silber aus; 
der Werth der anderen Bergbauproducte und Fabrikate belief 
sich 1791 auf 742000, im Jahre 1797 bereits auf 1,638000 
Thaler. Auch der Kohlenbergbau im plauenschen Grunde 
nahm, besonders durch Graf Hagen, in den 80er Jahren einen 
mächtigen Aufschwung. Die Salzwerke lieferten, seitdem 1763 
die Soole in Dürenberg erbohrt worden war, nicht bloß den 
inländischen Bedarf von c. 273000 Scheffeln sondern schon 
mehrere tausend Scheffel für das Ausland; auch wurden 
wesentliche Verbesserungen angebracht, Sonnen= und Glauber-- 
salz bereitet und, um die Einfuhr fremden Salzes zu vermeiden, 
seit 1778 auf jede Haushaltung eine bestimmte Salzabnahme 
von jahrlich 2 Metzen zu 7 Pfund auf die Person über zehn 
Jahr, auf jede Kuh 1 Pfund und ebensoviel auf zehn Schafe 
vorgeschrieben. Dagegen dursten die Nittergutsbesitzer jährlich 
nach wie vor ihre 20 Stück Salz licentfrei von Halle holen 1). 
Dem Hamdel und der Industrie Sachsens gereichte nichts 
so sehr zum Vortheile, als daß sich über die natürlichen Be- 
dingungen ihres Gedeihens allmählich richtigere Ansichten Bahn 
brachen 2). Die Zeit freilich, wo die mündig gewordene In- 
1) Weiße VII, 134 f. 
2) „Sachsen“ — sagt Hunger, Geschichte der Abgaben, S. 94 — 
„kann sich Frankreichs, Englands, Hollands Handelspolitik nicht zum Muster
	        
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