Full text : Weltkrieg und Gottesreich.

—  190  —

mit  unsrer  pflichtmäßigen  Aeutralität  zu  entschul—
digen  wissen.

Das  zweite  größere  Übel:  Es  könnte  nun
doch  der  Heldenbruder  —  ich  glaube  nicht  daran;  aber
als  Möglichkeit  muß  es  gesetzt  werden  —  er  könnte
trotz  seiner  Riesenstärke  ermatten  und  den  vereinigten
Gegnern  erliegen.  Was  dann?  Deutschland  zusammengeschlagen
  und  von  der  entfesselten  Wut  der
Feinde  verwüstet  wie  im  Dreißigjährigen  Krieg  und
schrecklicher  als  damals!  Und  wir  standen  dabei,  als
der  Bruder  erschlagen  wurde.  Ich  fürchte,  daß  in
diesem  Fall  der  zugeknöpfte  Mantel  unfrer  pflichtmäßigen
  Aeutralität  uns  nicht  mehr  recht  warm
halten  würde.  Und  ich  persönlich  möchte  in  diesem
Falle  nicht  mehr  leben.

Aber  nun  das  dritte  ganz  und  gar  fürchterliche
  Ubel:  Wie,  wenn  es  der  Entente-Diplomatie,
ihrer  Gewalt  und  List,  gelänge,  uns  mit  zur  Aktion
zu  bringen,  und  zwar  gegen  Deutschland?
Daß  sie  darauf  hinarbeitet,  darüber  besteht  für  die
Sehenden  gar  kein  Zweifel.  England  läßt  mit  rücksichtsloser
  Entschlossenheit  alle  Minen  springen:  es
sollen  wenn  möglich  alle  neutralen  Bölker  gegen
Deutschland  und  seine  Bundesgenossen  mobil  gemacht
  werden.  Daß  es  seinerzeit  ein  Minister  also
ausgeplaudert,  ist  dabei  ganz  nebensächlich.  Kräftiger
sprechen  die  Taten:  Man  hat  das  Mögliche  und
das  Unmögliche  getan,  die  Vereinigten  Staaten
zu  einer  Kriegserklärung  an  Deutschland  zu  veranlassen;
  bis  hieher  ohne  Erfolg.  Man  hat  Griechenland
  auf  jede  Weise  versucht,  gequält,  gepreßt;  ein
Mann  auf  dem  Königstron  und  einige  andere,  die
den  Namen  Männer  verdienen,  widerstehen  immer