Betriebsamkeit. 919
im Königreich wurde, und eine rastlose sehr praktische Thätigkeit entfaltete,
sucht noch immer Gutes zu wirken.
Die neueste landwirthschaftliche Gesetzgebung, welche wir der Regierung
Sr. Majestät des Königs Maximilian II. verdanken, hat namentlich den
größten und nachhaltigsten Fortschritt in der Landwirthschaft unseres Kreises
zur Folge gehabt. Die Grundbesitzer verwenden jetzt zur Verbesserung ihrer
freigewordenen Böden große Summen. Die Gesetze über Ent= und Bewäs-
serung werden fleißig benützt. Der Wiesenbaumeister ist vollauf beschäftigt
mit Entwerfung von Pläuen und deren Ausführung. Arrondirungen wer-
den projectirt und ausgeführt. Der flandrische Pflug verdrängte den alten
Landpflug. Dreschmaschinen gewinnen an Verbreitung. Ein Bild allge-
meiner Regsamkeit erfreut den Kenner der Landwirthschaft und ein vermehr-
ter Wohlstand ist allenthalben der Lohn für die größere Intelligenz und die
größere Betriebsamkeit.
Zehnter Abschnitt.
Indastrie, Gewerbe und Handel des Kreises Ichwaben und Neoborg.
#on Alois Schels.
Guelle ##d ilfsmittel.
Die Berichte der Kreis-, Gewerbs = und Handels- burgs mit Rücksicht auf die politechnische Schule
kammern. — Augsburg und seine frühere Industrie (tn statistischer Beziebung zum Theil wertlich
von Herberger. — Bericht über die In- benützt) 1862. — Heinzelmann: Autes und
dustrie-Ausstellung ## Angsburg im ZJahre 1852. Neuee aus der Handelsgeschichte. München 1873.
— Kollmann und Olvenburg: Die Was- — Schneiders Handels-Avreßbuch. Bamberg 186 3.
srwerke von Augsburg. — Die Zudustrie Augs-
Die Ethnographen, welche aus den Lebenserscheinungen eines Volkes
Schlüße auf dessen Eigenschaften ziehen, rühmen von dem biederen deutschen Stamm
der Schwaben, daß er neben geistiger Regsamkeit auch eine große Arbeits-
kraft und eine hervorragende Anstelligkeit zum Arbeiten besitzt. Dieß Urtheil
ist um vieles älter, als der in den folgenden Blättern kurz zu erörternde
Industrie= und Gewerbebetrieb des Kreises, wie er sich in unserer Zeit
darstellt, — beweist jedoch, daß diese Stammeseigenthümlichkeiten noch jetzt
in einer Weise zu Tage treten, welche die größten politischen und socialen
Aeuderungen nicht zu tilgen vermochten. Der Charakterzug der Anstelligkeit zur
Arbeit möchte den, der die Geschichte nicht in der Richtung auf das, was Schwaben
seit alter Zeit producirt, erforscht hat, wohl errathen lassen, daß es der me-
chanische Theil der Gewerbearbeit ist, welcher hier vorzugsweise kultivirt
wurde, und wer, nur den Anforderungen unserer Zeit Rücksicht schenkend, kei-
nen Rückblick gestattet, dem möge der Höhepunkt der Massen-Erzeugung mit-