Volltext : Die deutsche und die brandenburgisch-preußische Geschichte. Zweiter Teil: Preußisch-deutsche Geschichte bis zum Tode Friedrichs des Großen. (2)

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Er  saugt  nun  wie  ein  Schwamm  den  Talg  ein,  der  unter  ihm  in
der  Hitze  der  Flamme  flüssig  geworden  ist.  Sobald  dieser  frische
Talg  in  den  Bereich  der  Flamme  kommt,  wird  er  sogleich  in
Leuchtgas  verwandelt  und  verbrennt.  In  dieser  Weise  geht's  fort:
Das  Licht  erzeugt  das  nötige  Leuchtgas  immer  von  neuem  selbst
und  kann  dater  ruhig  weiter  brennen.  Nun  ist's  auch  erklärlich
weshalb  der  von  einer  eben  ausgeblasenen  Kerze  aufsteigende  Rau

so  leicht  brennt,  sobald  man  ihm  ein  brennendes  Streichhölzchen
nähert.  (Nach  Karassck.)

Das  Thermometer.
Plan:
I.  Versuche,  die  beweisen,  daß  Wärme  die  Körper  ausdehnt
und  zwar:  die  festen,  die  luftförmigen,  die  flüssigen.
II.  Beschreibung  des  Thermometers:  a)  Röhre.  b)  Füllung.
9  Skala.
III.  Nutzen.
Ausführung:

Die  steigende  Wärme  dehnt  alle  Körper,  feste,  flüssige  und
luftförmige,  aus,  so  daß  sie  einen  größeren  Raum  als  vorher  einnehmen.
  Eine  kupferne  Kugel,  die  in  kaltem  Zustande  genau  durch
einen  Ring  geht,  ist,  wennsee  erhitzt  wird,  mit  der  größten  Gewalt
nicht  hindurchzubringen.  Eine  Blase,  die  nur  schlaff,  etwa  halb,
mit  Luft  gefüllt  ist  und  dann  fest  zugebunden  wird,  nimmt  in  der
Nähe  des  Ofens  schnell  alle  Eigen  ckasten  einer  vollständig  gefüllten
Blase  an,  weil  die  darin  enthaltene  Luft  nach  der  Erwärmung
einen  größeren  Raum  einnimmt.  Ein  Gefäß  mit  Wasser,  das
einen  sehr  engen  Hals  hat  und  ganz  gefüllt  wird,  läuft  über,  sobald
  es  erwärmt  wird.

Hierauf  hat  man  eine  Vorrichtung  gegründet,  die  steigende
oder  abnehmende  Wärme  deutlich  zu  beobachten  und  zu  messen,
das  ist  das  Thermometer  oder  der  Wärmemesser.  An  jedem  Thermometer
  sind  drei  Teile  zu  unterscheiden:  die  Röhre,  die  Flüssigkeit,
womit  diese  gefüllt  ist,  und  die  Skala  oder  Gradeinteilung.  Die
Röhre  des  Thermometers  ist  aus  weißem  oder  rotem  Glas  gefertigt;
sie  ist  sehr  dünn,  überall  gleich  weit  und  erweitert  sich  am  unteren
Ende  zu  einer  hohlen  Glaskugel.  Die  Röhre  ist  samt  der  Kugel
luftdicht  verschlossen.  Zu  ihrer  Füllung  verwendet  man  Quecksilber,
seltener  gefüärbten  Spiritus.  Das  Ouecksilber  füllt  die  Kugel  ganz
und  die  Röhre  teilweise.  Der  Raum  über  dem  Ouecksilber  ist
durch  Erhitzen  des  letzteren  luftleer  gemacht  worden,  und  darauf
hat  man  die  obere  Offnung  zugeschmolzen.  Die  Thermometerröhre