Wiederaufleben des Stammesbewußtjeins: Erjtarfen der Herzogtümer. 131
ähnliche Stellung Hatten in Zothringen die Konradiner erlangt,
aber noch unter der nominellen Oberherrichaft des mejtfränftichen
Königs. In Schwaben fam das Herzogtum im Widerftand gegen die
geistliche Macht in die Höhe; die überwiegende Autorität im Lande
befaß hier, bald Markgraf bald Herzog genannt, gegenüber einem
geistlichen Gegner, dem Bischof Salomo von Konftanz, Burdhard,
der eben jest, im Sahre 911, ein gemwaltfames Ende fand, aber
eine Witrme, Hadawig, eine Frau von energiichem und gebildeten
Geist hinterließ. Um die erjte Stelle unter den auf deutjchem Boden
wohnenden Sranfen warben um jene Zeit zwei große Samilien, Die
in Oberheifen und Thüringen begüterten Konradiner und Die
Babenberger am oberen Main, und diefe unterlagen: der lebte
von drei Brüdern, Adalbert, mußte fich nach dem Fall feiner tapfer
verteidigten Burg Teres am Main ergeben und wurde enthauptet
(906). Auf den Sieger in diejeim Kampf, Konrad, richteten fich, zumal
er dem Farolingischen Haufe verwandt war, die Blide der Führer,
al3 man nach einem neuen König juchte. Denn das Königtum
jelbft, der Königliche Name erwies ji) al® unentbehrlih, und
namentlich die Hohe &eiftlichkett jebte ihren Einfluß dafür em:
einer der ihren, Hatto von Mainz, jchon bei Arnulf von großem
Einfluß, Hatte ja unter Dem lebten unmündigen König die Negierung
geführt. Sie hatte ein weiteres Steigen und damit Übergreifen
der weltlichen Ariftofratie, eine Yurüddrängung der ihnen
günstigen Neichgidee durch den Wartifularismus der Stämme zu
fürchten, der an einzelnen Bunkten jelbjt den Rüdfall ins Heidentum
bejorgen ließ. Und jo wurde noch im Jahre 911 auf einer
Berjammlung zu Forchheim der Franke Konrad gewählt. Nicht uneben
jagt ein Bericht: „Das hatte der große Karl durd) die Macht
des chriftlichen Glaubens gewirkt" — die Erinnerung an das unter
Karl dem Großen erneuerte Imperium und der Einfluß der Kirche.
Bon der Perjönlichkeit Konrads I (911— 918) verftatten Die
Duellen nicht ein lebendiges Bild zu gewinnen: faum daß man
einmal ihn in der Beleuchtung des wirklichen Lebens erblidt, etwa
bei jeinem Befud) in St. Gallen, dem die Schüler des Klofters
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