Metadata : Weltkrieg und Gottesreich.

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Diplomaten  vordem  gefehlt  haben  mögen,  zur  Stunde
einen  gerechten  Kriegder  Notwehr.  Es
führt  denselben  im  Vollgefühl  der  Notwehr  mit  gutem
Gewissen  vor  Gott  und  Menschen.  Und  mit  gutem
Gewissen  knien  die  Deutschen  und  ihr  Kaiser  vor  Gott
und  flehen  um  Rettung  und  Sieg  über  die  fürchter—
lichste  Koalition,  die  seit  dem  Anfang  der  Tage  zur
Vernichtung  eines  tüchtigen  Volks  geschlossen  worden
ist.  Eine  christliche  Gemeinde  darf  in  Deutschland
des  Volkes  Sache  vor  Gott  bringen  und  um  Sieg
beten.  Kann  und  darf  es  eine  wohlberatene  Gemeinde
  auch  in  England?  Großbritannien  hat  ja
doch  seit  Fahrhunderten  die  Bölker  der  Erde  vergewaltigt,
  es  hat  die  Nationen  Europas  gegeneinander
gehetzt  und  für  die  eigenen  Interessen  bluten  lassen,
hat  die  Herrschaft  über  die  Meere  für  sich  allein  begehrt
  und  die  andern  Nationen  vom  Mitgenuß  der
Erdengüter  nach  Kräften  ausgeschlossen.  Also  bittet
eine  „christliche  Gemeinde“  in  England,  wenn  sie
um  Englands  Sieg  und  um  die  Demütigung  Deutschlands
  fleht,  daß  der  gegenwärtige  Zustand  des  Unrechts
  weiter  bestehe  und  durch  Bernichtung  Deutschlands
  noch  größer  werde.  Solches  Gebet  kann  nicht
aus  Glauben  gehen.  Es  ist  gewiß  ein  Gottesgebot,
daß  sich  die  Menschheit  die  Erde  untertan  mache.
Aber  daß  ein  Bolk  fast  alles  an  sich  reiße,  ist  kein
Gottesgebot.  Die  englische  Devise  „Ich  allein“
ist  vom  Bösen;  die  deutsche  Devise  „Ich  auch“
ist  gut.

Trotz  dieser  Sachlage  wird's  vielen  unter  uns
Der  geneigte  Leser  wird  zuweilen  selbst  fühlen,  wo  er  statt  Deutschland
  das  größere  Deutschland-Osterreich--ungarn
bören  und  lesen  muß.