Inhaltsverzeichnis : Blätter für Rechtsanwendung. XX. Band. (20)

3.  Die  Impfung  der  Thiere  und  die  Entwickelung  der  Impfpusteln.
Ueber  den  benutzten  Impfstoff  enthalten  die  Berichte  folgende  Angaben:

—

———.  ———  —.  ——  .  —  —  —  —

Impfthiere  wurden  geimpft
mit

S  Gesammt=—
  ——  zahl  der
z  Anstalt  Menschen=  Thier-  enschen  geimpften  Bemerkungen
2  lynpe  lymphe  lympte,  Thiere
l
Königibetgi.Pr.M  WI-  85  Von  den  ersten  Kälbern  wurden  15  mit  vorg#tpeiger

  Lymphe  vom  Kalb  90  geimpft.  Dieelbe

  lieferte,  obwohl  über  6  Monate  alt,

«  tadelfreie  und  kräftige  Impfpusteln.  Die
#  Kinderlymphe  stammte  zum  Theil  aus  dem
e  Fahre  1894,  zum  Theil  war  sie  vom  Vorl
  and  gesunden  Kindern  entnommen.

Berlin  ..  ...  1  85  —  86  Bei  79'  Kaͤlbern  dienten  in  der  Anstalt  herl
  gestellte,  von  Menschenlymphe  abstammende

hierlymphe·  Glycerin  Konserven  —  bis  jetzt
I  bis  zur  4.  Generation  fortgepflanzt  —  zur
W—  Zmpfung;  in  5  Fällen  fanden  Impfungen
l

von  Kalb  zu  Kalb  statt.

Stetttttr:  41  —  41  Der  zur  ung  benutzte  Impfstoff  war
—W—  grnut  fortgezüchtet  und

·  stets  den  besten  Pocken  gesondert  entnommen.

Oppeln  ..  ...  —  97  —  97  Zu  Beginn  der  Impfungen  wurden  2  Thiere
pp  rn.  mit  Lymphe  aus  Wenschnnn  eimpst.  In

der  5.  Generation  wurde  der  Stoff  weniger
.  wirksam,  die  Blattern  waren  zu  schmal;
pocken  ·  bei  4  Kälbern  kam  nunmehr  Stettiner  Lymphe
boff.  'ur  Verwendung,  welche  jedoch  nur  einmal
is  zur  3.,  sonst  bis  zur  2.  Generation  fort.
ezüchtet  werden  konnte.  Echter  Kuhpocken-Liof
  aus  Reichenbach  ergab  in  der  3.  und
4.  Generation  gut  wirksamen  Impfstoff.

—  bo  Die  1  Woche  bis  12  Monate  alte  Lymphe
war  von  den  Anstaltsärzten  während  der
öffentlichen  Impftermine  gesammelt  und
unmitielbar  nach  der  Abnahme  mit  gleichen
Theilen  Glycerinwasser  gemischt  worden.

annobeer  —  88  —  83  Die  ausschließlich  benutzte  Thierlymphe  war
5  seit  Bestehen  der  Enhte  —  —8*  —
—  von  Kalb  zu  Kalb  fortgepflanzt.  Der
ursprünglich  von  dem  Hamburger  Variola-Laccinestamm
  herrührende  Stamm  wurde
von  der  27.  bis  zur  32.  Generation  fortgesüchtes,
  der  eigene  dagegen  wegen  angetellter
  Versuche  nicht.  Bei  der  Verimpfun
auf  Kälber  war  die  Lymphe  4  Wochen  bi
12  Monate  alt.

Kassele.  —  71  —  71  Es  kam  ausschließlich  Thierlymphe  zur  Verwendung;
  bei  45  Kälbern  stammte  dieselbe
aus  Hannover,  bei  26  war  sie  in  der  eigenen
Anstalt  erzeugt.  Die  Impfanstalt  in  Hannover,
  welche  ältere  Impfthiere  benutzt,
sonte  Aeut,  Verubesen  vom  r*7  1893
au  uchen  Impfstoff  zur  Verfügung.
Das  eigene  Erzeugatß  wirkte  dem  Hannoverschen
  zwar  gleichwerthig,  wurde  aber
noch  nicht  durch  mehrere  Generationen  fort-#
  gepflanzt.

Halle  a.  S.69  —