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offizieren besetzen sollen, so werden sie unter Umständen genöthigt
sein, Offiziere zu ernennen, denen es nicht gelingen wird,
eine Kompagnie durch ein enges Thor herauszuführen (Heiterkeit),
und noch viel weniger, die schweren Obliegenheiten zu erfüllen,
die ein Offizier seinen Mannschaften gegenüber hat, um sich
deren Achtung und deren Liebe zu bewahren; das Maß von
Bildung, welches dazu erforderlich ist, und das Maß von
Leistung, welches überhaupt bei uns an Kameradschaft und
Ehrgefühl aus dem Offizier herausgedrückt wird, das kann
ja kein Reglement und keine Anordnung der Welt im Auslande
aus dem Offizierstande herausdrücken. Darin sind wir
jedermann überlegen, und deshalb können sie es uns nicht
nachmachen. (Bravol) Ich bin also darüber ohne Sorge.
Außerdem aber ist noch ein Vortheil der Annahme dieses
Gesetzes: gerade die Stärke, die wir erstreben, stimmt uns
selbst nothwendig friedfertig. Das klingt paradox, es ist
aber doch so.
Mit der gewaltigen Maschine, zu der wir das deutsche
Heerwesen ausbilden, unternimmt man keinen Angriff. Wenn
ich heute hier vor Sie treten wollte und Ihnen sagen — wenn
die Verhältnisse eben anders lägen, als sie meiner Ueberzeugung
nach liegen —: wir sind erheblich bedroht von
Frankreich und Rußland;: es ist vorauszusehen, daß
wir angegriffen werden; meiner Ueberzeugung nach
glaube ich es als Diplomat nach militärischen Nachrichten
hierüber, es ist nützlicher für uns, daß wir als Defensive
den Vorstoß des Angriffes benutzen, daß wir jetzt gleich
schlagen; der Angriffskrieg ist für uns vortheilhafter
zu führen, und ich bitte also den Reichstag um einen Kredit
von einer Milliarde oder einer halben Milliarde, um den
Krieg gegen unsere beiden Nachbarn heute zu unternehmen, —
ja, meine Herren, ich weiß nicht, ob Sie das Vertrauen
zu mir haben würden, mir das zu bewilligen. Ich hoffe nicht.
(Heiterkeit.)
Aber wenn Sie es thäten, würde es mir nicht genügen.
Wenn wir in Deutschland einen Krieg mit der vollen Wirkung
unserer Nationalkraft führen wollen, so muß es ein Krieg
sein, mit dem alle, die ihn mitmachen, alle, die ihm Opfer
bringen, kurz und gut, mit dem die ganze Nation einverstanden
ist; es muß ein Volkskrieg sein; es muß ein Krieg
sein, der mit dem Enthusiasmus geführt wird wie der von
1870, wo wir ruchlos angegriffen wurden. Es ist mir noch
erinnerlich der ohrengellende, freudige Zuruf am Kölner Bahnhofe,
und so war es von Berlin bis Köln, so war es hier
in Berlin. Die Wogen der Volkszustimmung trugen uns in
den Krieg hinein, wir hätten wollen mögen oder nicht. So
muß es auch sein, wenn eine Volkskraft wie die unsere zur vollen