Verkauf von Feuerwerkskörpern. 207
Kriegszustandsgesetzes vom 5. Nov. 1912, 6. Aug. 1914
und 14. Dez. 1915 nachstehende Anordnung:
1. Der Verkauf von Schwarzpulver, rauchschwachem
Schießpulver, nicht unter das Sprengstoffgesetz
vom 9. Juni 1884 fallenden Sprengpulvern
an Personen ohne militärische oder polizeiliche schriftliche
Erlaubnis ist verboten. Als polizeiliche Erlaubnis
gilt die für das jeweilige Jahr gültige
Jagdkarte, der Schutzgewehrschein und der zur
Führung einer Feuerwaffe herechtigende polizeiliche
Erlaubnisschein (sog. Waffenschein).
2. Verboten ist ferner der Verkauf von Feuerwerkskörpern,
Pulverblättchen, Zündblättchen, Knallstöpseln,
Fröschen, Stinkbomben und ähnlichen, Pulver oder andere
explosive Stoffe enthaltenden Erzeugnissen.)
3. Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot
werden, wenn nicht die Gesetze eine schwerere Strafe
androhen, mit Gefängnis bis zu 1 Jahr bestraft.
Sind mildernde Umstände vorhanden, so kann auf Haft
oder auf Geldstrafe bis zu 1500 Mk. erkannt werden.
4. Hinsichtlich des Verkaufes von Munition, insbesonders
auch von Teilmantelgeschossen, Geschossen
mit Kupferring, Lochgeschossen und Patronen mit
solchen Geschossen verbleibt es bei den diesbezüglichen
besonderen Anordnungen.
5. Die vorstehende Anordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung
im K. Bayerischen Staatsanzeiger in Kraft.
München, Würzburg, Nürnberg, den 29.Dez. 1915.
Der Kommandierende General
1. bayer. Armeekorps:
von der Tann.
Der Kommandierende General
2. bayer. Armeekorps:
Pflaum.
Der Kommandierende General
3. bayer. Armeekorps:
Könitz.
1) Ziffer 2 abgeändert durch GKV. vom 27. März 1916 Nr. 41888,