Handfeuerwaffen (Gewehr
mit Selbstspannung bildet das Beaumont-Gewehr.
Seine Eigentümlichkeit
ist die zweiarmige Schlagfeder, welche in
der auf dem Verschlußkolben stehenden
Handbabbe sich befindet und hinter einen
Ring des Schlagbolzens greift, um diesen
beim Absfeuern vorzuschnellen. Durch das
Zurückziehen des letztern wird die Schlagfeder
gespannt. Der vorn am Verschlußcylinder
sitzende drehbare Kopf, durch eine
Mitnehmerschraube gehalten, ist in
ähnlicher Einrichtung auf das Mauser-System
übergegangen. — In einer dem
Kolbenverschlußsystem augemessenen Weise
wurde die Selbstspannung von Vetterli,
technischem Fabrikdirektor in Neuhausen
bei Schafshansen, ausgeführt (s. Fig. 5,
S. 181). Das an den Lauf Fee
Verschlußezuse bildet die Bahn für den
Verschlußcylinder. Er ist in seiner ganzen
Linge für den Schlagbolzen durchbohrt,
der anfänglich für die doppelte Randündung
vorn eine Schlaggabel trug,
jrerhn aber für die Centralzündung
umgeändert wurde. Im Schlagbolzen
sitzen hinten fest die keilartigen Schlagstiftflügel,
deren unterer der Nonn
flügel heißt, weil er hinter den Abzugsstollen
greift. Hinter ihnen liegt die spiralförmi
eEchlaßfeder. die sich gegen eine auf
den Schlagbolzen hinten aufgeschraubte
knopfartige Mutter stützt. Mit ihrer vordern
Fläche laufen die Schlagstiftflügel an
der s rankengangrtigen Fläche der mit
dem Verschlußcylinder drehbar verbundenen
Nuß, auf welcher die Handhabe (der
Nußhebelhsteht. Wird nach dem Abfeuern
die Handhabe nach links herumgedreht,
so schieben sich die Sölazstliissüge an den
schrägen Flächen der Nuß, drücken den
Schlagbolzen nach hinten, also die Schlagfeder
zusammen und spannen.
Das Gewehr M//1 derdeutschen Armee
wurde von den Gebrüdern Maufer aus
Oberndorf in Württemberg konstruiert
(s. Fig. 6 u. 7, S. 182). Ju dem Verschlußcylinder
b, der Kammer, steckt der
Schlagbolzen c mit dem darauf sitzenden
Stüen k, Sicherungg, Schlagbolzenmutter
d und Spiralfeder. Den eigentlichen
Stoßboden bildet der bewegliche Kolben=
oder Verschlußkopf h; er wird durch
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M/71 der deutschen Armee). 183
eine übergreisende Nase der Leitschiene 1,
auf welcher die Handhabe 1 steht, gehalten
und folgt so allen Vor= und Rückwärtsbewegungen
der Kammer. Sein
Drehen verhindert der Auszieher i, der
gegen Verschiebungen mit einem Herzstück
in ihn eingelassen ist nud in einer Nute
der Verschlußhülse a läuft. Das auf den
Schlagbolzen aufgeschobene Schlößchen k
Aeiett mit seiner Leitschiene e in einen
chlitz der Verschlußhülse und wird so an
jeder Drehung verhindert. Beim Abfeuern
legt sich der nach vorn stehende An satz
des lößchens, die Spannvorrich--tung,
in einen gleichen Ausschnitt der
Kammer, deren schräge Flächen beim
Offnen und Linksdrehen der Kammer aufeinander
fortgleiten, bis sich das Schlößchen
mit dem Ansatz hinter die gerade
Bodenfläche der Kammer stellt. Durch
diese Bewegung ist die Spiralfeder zusammengedrückt,
also gespannt worden.
Wird nun die Kammer zum Schließen.
wieder nach vorn geschoben und rechts gedreht,
so verhindert der Abzugsfederstollen
m das Vorschnellen des Schlagbolzens, und
der Ansatz des Schlößchens tritt dem Ausschnitt
im Kammerboden gegenüber, in
welcheu er beim Abfeuern wieder hineintritt.
Mit dem Schlößchen, welches durch
die Schlagbolzenmutter auf dem Schlagbolzen
festgehalten wird, ist die Sicherung
g verbunden, durch welche beim gespaunten
Gewehr das Schlößchen um ein geringes
Maß nach hinten, also vom Abzugsstollen
fortgeschoben wird. Ein Abseuern
des Gewehrs ist jetzt nicht möglich
und kann erst dann geschehen, wenn der
Sicherungsflügel wieder von rechts nach
links gedreht und die Sicherung aus der
Sicherungsrast entfernt wird. Die in der
Kammerleitschiene sitzende Halteschrauben
verhindert durch ihren größern Durchmesser
das Herausziehen der Kammer aus der
Hülse. Die Jägerbüchse M'VI unterscheidet
sichin der innern Einrichtung nicht vom
Gewehr M/71, im Außern nur dadurch,
daß der Lauf der Büchse kürzer ist als der
des Gewehrs und der untere Riemenbügel
am Kolben statt am Schaft, wie beim Insanteriegewehr,
angebracht ist. Mit der Jägerbüchse
sind die Jäger, Schützen, Fuß=