Siebenter Abschnitt: Gewährleistung bei Verkäufen. — I. Kauf.
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Hat der Verkäufer den
454. Vertrag erfüllt und den
Kaufpreis gestundet, so steht ihm das
im § 325 Abs. 2 und im § 326 bestimmte
Rücktrittsrecht nicht zu.
Hat sich der Verkäufer
455. einer beweglichen Sache
das Eigenthum bis zur Zahlung des
Kaufpreises vorbehalten, so ist im
Zweisel anzunehmen, daß die Uebertragung
des Eigenthums unter der
aufschiebenden Bedingung vollständiger
Zahlung des Kaufpreises erfolgt
und daß der Verkäuser zum
Rücktritte von dem Vertrage berechtigt
ist, wenn der Käufer mit der
Zahlung in Verzug kommt. .
456. Bei einem Verkauf im
Wege der Zwangsvollstreckung
dürfen der mit der Vornahme
oder Leitung des Verkaufs
Beauftragte und die von ihm zugezogenen
Gehülfen, mit Einschluß des
Protokollführers, den zum Verkaufe
gestellten Gegenstand weder für sich
persönlich oder durch einen Anderen
noch als Vertreter eines Anderen
kaufen.
457. Die Vorschrift des § 466
gilt auch bei einem Verkauf
außerhalb der Zwangsvollstreckung,
wenn der Auftrag zu dem Verkauf
auf Grund einer gesetzlichen
Vorschrift ertheilt worden ist, die den
Auftraggeber ermächtigt, den Gegenstand
für Rechnung eines Anderen
verkaufen zu lassen, insbesondere
in den Fällen des Pfandverkaufs und
des in den §§ 383, 385 zugelassenen
Verkaufs, sowie bei einem Verkaufe
durch den Konkursverwalter.
458.
456, 457 zuwider erfolgten Kaufes
Gegenstandes hängt von der
Die Wirksamkeit eines
den Vorschriften der §§
und der Uebertragung des gekauften
Zustimmung
der bei dem Verkauf als
Schuldner, Eigenthümer oder Gläu--biger
Betheiligten ab. Fordert der
Käufer einen Betheiligten zur Erklärung
über die Genehmigung auf,
so finden die Vorschriften des § 177
Abs. 2 entsprechende Anwendung.
Wird in Folge der Verweigerung
der Genehmigung ein neuer Verkauf
vorgenommen, sohat der frühere
Käufer für die Kosten des neuen
Verkaufs sowie für einen Mindererlös
aufzukommen.
II. Gewährleistung wegen Mängel
der Sache).
459. Der Verkäufer einer Sache
ehaftet dem Käufer dafür,
daß sie zu der Zeit, zu welcher die
Gefahr auf den Käufer übergeht,
nicht mit Fehlern behaftet ist, die den
Werth oder die Tauglichkeit zu dem
gewöhnlichen oder dem nach dem
Vertrage vorausgesetzten Gebrauch
ausheben oder mindern. Eine unerhebliche
Minderung des Werthes
oder der Tauglichkeit kommt nicht in
Betracht.
Der Verkäufer haftet auch dafür,
daß die Sache zur Zeit des Ueberganges
der Gefahr die zugesicherten
Eigenschaften hat.
460. Der Verkäufer hat einen
Mangel der verkauften
Sache nicht zu vertreten, wenn der
1) Dig. Tit. 21, 1 de asedilicio edicto et redbibitione et quanti minoris.
Cod. 4, 58 de nediliciis actionibus.