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gewiß in jedem Stande groß. Als Soldat würde er Eroberer
geworden seyn, als Geistlicher wurde er eine Mischung von
Tartüffe und politisch großem Kopf. Es ist der Mühe werth,
die Lebensumstände von dem Manne, den man als Pabst-Ideal
ansieht, genau anzuführen. Seine Laufbahn von seiner
ganzen Jugend her war, wie sie nothwendig bei dem seyn
muß, der sich in seinem Leben so gezeigt hat. Sein Vater
war Grobschmid zu Toscana;z von seiner Mutter war ein
Bruder Abt in Rom, man that ihn daher nach Rom in's
Kloster. Hier bekam er die erste Kenntniß von Wissenschaft;
es war aber hier nicht streng genug. Man that ihn nach
Clugny in Burgund. Hier gewöhnte er sich an den strengen
Gehorsam, den er nachher von Anderen forderte, machte Bekanntschaft
mit andern Geistlichen, die nachher Bischdfe wurden,
lernte z. B. die Bischöfe kennen, die nachher Erzbischdfe
von Mainz wurden. Er kam nach Rom zurück, mußte aber
bald in einer traurigen Gestalt hinweg, mit einem abgesetzten
Pabste nach Deutschland ziehen. Die Geschichten, die er da
erlebte und sab, machten einen ewig unauslbschlichen Eindruck
auf ihn. Den groben barbarischen Deutschen, wie sie da mit
den Päbsten umgingen — oft genug drohte er ihnen, wenn
er einmal aufkommen und Pabst werden würde, er wolle es
ihnen vergelten. Ein Mann von hohem Sinn und der den
Nationalstolz der Italiener gegen die Deurschen im vollkommensten
Grade besaß, übrigens nicht ungeschickt. Er war
wegen seiner vortrefflichen Predigten am Hofe Heinrichs sehr
beliebt. Heinrich III. behauptete, einen solchen Prediger nie
gehdrt zu haben. Unter andern Connoissancen war besonders
der junge Kaiser Heinrich IV., den er hier in einer Zeit
kennen lernte, wo gewöhnlich der ganze Mensch noch völlig
ungeschminkt erscheint; woraus sich erklären läßt, warum er
ihn so plychologisch gut zu traktiren wußte.