Vereinigung der alten Societät mit der Societe Litteraire (1743/44). 279
Reichs- und Brandenburgische listorie besonders exeoliret wissen;
»wie weit aber Sr. Maj. Gedanken hiervon entfernt sein, kann Wenigen
unbekannt bleiben«. In Bezug auf den Vorschlag, alle Mitglieder
der alten Societät in die neue Akademie aufzunelimen, wird
rund gesagt, »dann würde die Akademie in eben die Verachtung
fallen. worinnen eine gewisse Societät sich befindet«. Dieses Gutachten
möchte gar nur zwei Klassen errichtet schen, die der Phrsik
und Matheinatik; wolle es S. Maj., so können »Belles-Lettres«
hinzugethan werden: aber »Medicin und Teutsche Sprache sind ganz
besondere Dinge«. Weiter: die Stelle eines Vice-Präsidenten solle
man aufgeben, »welche Stelle wegen des GRABEN von STEIN nicht
in dem besten Andenken ist«.
tin drittes Gutachten bezeichnet den Entwurf von Jarısces als
schlechterdings verwerflich und verlangt den Bruch mit der alten
Societät. JarısEs, heisst es, sei in allem verdächtig in Ansehung
der alten Soeietät, er wolle die neue Akademie auf den Fuss der
alten bringen, »damit ratione der Mitglieder ordentliche subalterne
alle Zeit existiren und Arcanisten in Ansehung der Ausgabe und
Einnahme der Akademie beibehalten werden mögen«. Die deutsche
Sprache gehöre überhaupt nicht in die Akademie; zu Gefallen von
zwei Mitgliedern sei ihıre Vertretung beibehalten: wünsche man sic
aufzunehmen, so sei ein Stuhl dafür genug, rathsam aber sei es
nicht; »denn bald würden sich die lateinische, griechische, italienische
u.s.w. Sprache melden. Da es aber hier Grundwahrheiten
und reale nützliche Experimente zu des Königs Ehre und gemeinem
Besten betrifft, nicht aber schöne Worte und Redensarten, so kann
dieses gar nicht einmal stattfinden«. Directores perpetui sollen nicht
regieren; denn sonst entstehen die Arcanisten wieder; die Leitung
solle wechseln wie auf den Universitäten.
Ein viertes Gutachten stimmt der gänzlichen Ausschliessung
der 'Theologia revelata sowie der Rechtsgelehrsamkeit zu, wünscht
aber fünf Klassen (Physik, Mathematik, Mediein, Litteratur und
Belles-Lettres, Deutsche Sprache). Ein fünftes Gutachten endlich
in französischer Sprache ist ebenso radical wie das dritte. Von
den vierzehn Mitgliedern der alten Societät, die nicht zugleich AMitglieder
der neuen sind, sollen nur fünf in die zu begründende
Akademie aufgenommen werden; die anderen sollen, so lange sie
leben. den Titel » Associe de la vieille Societe« führen. Eine unbeschränkte,
aber kleine Zahl von »Assoeies« neben den ordentlichen
Mitgliedern soll auch bei der neuen Akademie zugelassen werden.