Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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oft,  wenn  er,  der  Raths-Pensionariue,  mit  dem  Stattbalter
uͤber  etwas  einig  geworden,  wenige  Stunden  nachher,  sobald
der  Statthalter  mit  dem  Herzog  gesprochen,  ein  Billet  vom
Statthalter  komme,  mit  der  Nachricht,  er  sey  anderer  Meinung
  geworden.

Es  war  also  nicht  Parteisache  oder  vorübergehende  Klatscherei,
  was  allgemein  von  den  Verhältnissen  des  Herzogs
zum  Statthalter  geurtheilt  wurde,  und  die  Bürgermeister  von
Amsterdam  wurden  nach  langem  und  reifem  Bedenken  endlich
unter  sich  einig,  bei  ciner  Konferenz,  die  der  Statthalter  mit
ihnen  um  diese  Zeit,  die  Proposstion  vom  18.  Mai  betreffend,
zu  haben  wünschte,  offenherzig,  aber  zugleich  im  engsten
Verrrauen  gegen  ihn  sich  zu  erklären.  Sie  ließen  also
durch  den  Pensionarius  Visscher  schriftlich  aussetzen,  was  sie
sagen  zu  müssen  glaubten,  und  baten  ihre  Kollegen,  die  Herren
  Temminck  und  Rendorp,  die  zur  Konferenz  reisten,  dem
Herrn  Erbsiatthalter  erst  durch  den  Pensionarius  es  mündlich
sagen  zu  lassen,  und  alödann  schriftlich  zu  übergeben.  Sowohl
im  mündlichen  Vortrage,  als  in  dem,  was  schriftlich  zu  übergeben
  war,  sollte  aller  Schein  wirklicher  Beschuldigungen  gegen
  den  Herzog  völlig  entfernt  und  das  ganze  Haupt-Argument
  bloß  darauf  gestellt  werden,  daß  der  Herzog  wegen  des
gegen  ihn  gesaßten  Mißtrauens  der  Rathgeber  des  Statthalters
  nicht  seyn  koͤnnte,  viel  weniger  sein  einziger  Ratrhgeber
seyn  sollte.

Temminck  und  Rendorp  waren  äußerst  vorsichtig,  damit
nicht  kund  werde,  was  sie  dem  Statthalter  vortragen  wollten,
um  keine  Verlegenheit  zu  veranlassen,  der  Ausgang  sey,  welcher
  er  wolle.  Denn  wenn  auch  die  Erfüllung  des  geäußerten
  Wunsches  vom  Statthalter  nicht  zu  erhalten  seyn  sollte,
so  war  man  nicht  übler  daran,  als  vorher,  sobald  Alles  geheim
  blieb,  und  die  Herren  von  Amsterdam  hatten  denn  doch