Volltext : Kriegsgeschichte von Bayern unter König Maximilian Joseph I. - Zeitraum vom Jahre 1810 bis zum Schluße der Belagerung von Thorn ( April 1813 ). (3)

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gensteins  linken  Flügel,  durch  Beobachtung  des  franzoͤsischen
  Oten  Heertheils  (Victor)  zu  schützen.

Sobald  er  überzeugt  war,  sein  Gegner  habe  ihn
gänzlich  aus  dem  Auge  verloren,  warf  er  sich  schuell
auf  beiden  Düna-Ufern  nach  Witepök;  und  schon  am
7.  November  Morgens  erschien  er  auf  beiden  von  Polozk
und  Ostrowna  kommenden  Straßen,  vor  dieser  Stadt,
indem  er  die  ausgestellten  französischen  Wachen  überfiel.
Die  Besatzung  steckte  sogleich  die  Dünabrücke  in  Brand
und  beschoß  die  Russen  mit  zwei  Kanonen  vom  linken
Ufer;  aber  viel  zu  spät.  Denn  die  Russen  waren  schon
zu  nahe,  loschten  den  Brand  der  Brücke,  eroberten  die
beiden  Stücke  Geschütz,  bald  auch  das  Ostrownaer  Thor
und  drangen  damit  in  die  Stadt  ein.  Von  allen  Seiten
  angegriffen,  ohne  Anlehnung  und  Rückhalt,  mußte
der  kleinere  Theil  der  Besatzung  froh  seyn,  sich  auf  der
Smolensker  Straße  gegen  Liozna  flüchten  zu  können;
der  größere  Theil  und  ihr  Anführer,  General  Pouget,
übergaben  sich  der  Kriegögefangenschaft.

Admiral  Tschitschagof,  nachdem  ihm  Schwarzenbergs
  Vertreibung  aus  Volhynien  gelungen  war,
dachte  darauf  gen  Minsk  und  von  da  gen  Borissow  zu
ziehen,  und  Vereinigung  mit  Wittgenstein  zu  erhalten.
  Gelang  diese  Bewegung  ,  so  mußte  sie  von  den
wichtigsten  Folgen  seyn.  Dann  konnte  Napoleon's
Hauptheer  auf  dem  Rückweg  von  Moßkau  im  Rücken
angegriffen,  am  Uebergang  über  die  Bereszina  gehindert,
  das  österreichisch  =  sächsische  Heer  Schwarzenbergs
  beobachtet,  und  die  Provinz  Volhynien  vor
feindlichen  Unternehmungen  geschützt  werden.  Das  Heer
Tschitschagofs  war  damals  aber  nicht  stärker  als
55  tausend  Mann.

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