Full text : Staats-Lexikon.

Deutschkatholiken  —  Devolution.

zarettgehilfen,  10,091  Okonomiehandwerker,
  1698  Militärärzte,  784  Zahlmeister,
624  Roßärzte,  656  Büchsenmacher  und
93  Sattler;  dazu  81,629  Dienstpferde.
Die  Kriegsmarine  zerfällt  in  die
Kriegsflotte  und  in  die  Seewehr,  welch
letztere  der  Landwehr  entspricht  (s.  Marine).
  Der  etatsmäßige  Personalbestand
der  kaiserl.  Marine  war  1881  folgender:

1  Admiral,  2  Kapitäne  und  1  Kapitänleutnant
  à  la  suite  des  Seeoffizierkorps;  1  Konteradmiral,
  1  Kapitän  zur  See,  1  Oberstleutnant,
1  Major  à  la  snite  der  Marine;  2  Generalmajore.

1  Vizeadmiral,  3  Konteradmirale,  22  Kapitäne,
50  Korvettenkapitäne,  84  Kapitänleutnants,  155
Leutnants  und  128  Unterleutnants  zur  See.  100
Seekadetten,  28  Maschineningenieure,  42  Zahlmeister,
  17  Aspiranten,  9  Geistliche,  4  Auditeure,
1  Generalarzt,  6  Oberstabsärzte,  20  Stabsärzte,
34  Afssfistenzärzte;  außerdem  73  Offizlere,  24  Arzte
und  26  Seekadetten  der  Reserve  und  Seewehr.

2  Matrosendivisionen,  jede  zu  4  Abteilungen,
und  1  Matrosen-Artillerieabteilung:  79  Deckoffiziere,
  26  Feldwebel,  4  Vizefeldwebel,  739  Unteroffiziere,
  5902  Matrosen  und  4  Büchsenmacher.

1  Schiffsjungenabteilung:  1  Deckoffizier,  1  Feldwebel,
  9  Unteroffiziere,  1  Obermatrose,  400  Schlffsjungen.


2  Werftdivifionen,  jede  zu  1  Maschinisten=  und
1  Handwerkerabteilung:  154  Deckoffiziere,  4  Feldwebel,
  1808  Unteroffiziere  und  Gemeine,  73  Lazarettgehilfen
  und  1  Büchsenmacher.

Seebataillon:  1  General  der  Infanterie  und  1
Major  à  la  suite,  1  Oberstleutnant,  Kommandeur;
  6  Kompanien  Infanterie  mit  zusammen  6
Hauptleuten,  6  Premierleutnants,  19  Sekondeleutnants,
  außerdem  6  Sekondeleutnants  der  Reserve
  und  der  Seewehr,  1037  Unteroffizieren  und
Gemeinen,  1  Büchsenmacher.

Marinestabswacht,  attachiert  dem  Seebataillon:
43  Stabswachtmeister  und  Stabssergeanten.

An  Kriegsschiffen  waren  1881  vorhanden
78  Schiffe  mit  517  Kanonen,  darunter  die
Panzerfregatten  König  Wilhelm,  Kaiser,
Deutschland,  Friedrich  Karl,  Kronprinz,
Friedrich  d.  Gr.  und  Preußen;  ferner  die
Panzerkorvetten  Hansa,

sen  und  Württember.  Über  die  Flagge
der  Kriegs=  und  Handelsmarines.  Flagge,
und  über  das  Wappen  und  die  kaiserliche
Standarte  s.  Kaiser.

Was  die  politischen  Rechtsverhältnisse
  der  Reichsangehörigen  anbetrifft,
  so  sind  dieselben  in  den  betreffenden
Einzelartikeln  dargestellt;  namentlich  sind

ayern,

125.

hierüber  die  Artikel:  „  Auslieferung,  Ausweisung,
  Beschlagnahme,  Beschwerde,
Bundesindigenat,  Doppelbesteuerung,
Durchsuchung,  Ehe,  Freizügigkeit,  Gewerbegesetzgebung,
  Haft,  Heimat,  Konfession,
  Paß,  Patent,  Petition,  Presse,  Unterstützungswohnsitz,
  Urheberrecht  und
Verein  zu  vergleichen.  Über  die  Litteratur
  des  deutschen  Reichsstaatsrechts  s.
Staatsrecht.  Vgl.  Handbuch  für  das
Deutsche  Reichs  (1877  ff.);  -Statistisches
——  3
);  Waitz,  Deutsche  Verfassungsgeschichte
(18834—75.  7  Bde.).  L

Deutschkatholiken,  eine  1844  aus  der
katholischen  Kirche  ausgeschiedene  Religionspartei.
  Die  äußere  Veranlassung  zur
Gründung  derselben  war  durch  die  Ausstellung
  des  heiligen  Rocks  in  Trier  ge-#eben
  worden  und  durch  einen  offenen

rief,  welchen  damals  der  katholische  Priester
  Ronge  an  den  Bischof  von  Trier  richtete.
Die  deutschkatholischen  oder  freireligiösen
Gemeinden  huldigen  dem  Grundsatz  freier
Selbstbestimmung  in  allen  religiösen  Angelegenheiten
  auf  Grund  der  Heiligen
Schrift,  welche  der  Auslegung  der  Vernunft
  völlig  anheimgegeben  ist.  Im  Königreich
  Sachsen  find  die  Rechtsverhältnise
  der  D.  durch  ein  besonderes  Gesetz
vom  2.  Nov.  1848  geregelt.

Deutschkonserva  *  Konservativ.

Devaldieren  (lat.),  Geld  im  Wert
herabsetzen;  Devalvation,  die  Herabsetzung
  des  Werts  einer  Münzsorte  von
Staats  wegen.

Devise  (v.  mittellat.  dirisa),  in  der
Heraldik  s.  v.  w.  Wahlspruch,  Motto;  vornehmlich
  auf  Wappenschildern,  Siegeln,
Fabnen  u.  dgl.  gebräuchlich;  wie  z.  B.
Suum  cuique  (Preußen),  Viribus  unitis
(ölerreich)  Dieu  et  mon  droit  (Engand),
  Ich  dien’  (Prinz  von  Wales),  Viel

Sach-  Feind,  viel  Ehr'  (Fürst  Bismarck)  u.  dgl.

gl.  v.  Radowitz,  Die  Devisen  und
Mottos  des  spätern  Mittelalters  (1850).

Devolntion  (lat.,  von  devolvierene,
abwälzen),  Übertragung,  Übergang  eines
Rechts  auf  einen  andern.  Im  Kirchenrecht
versteht  man  unter  Devolutionsrecht
Gus  devolutionis)  die  Befugnis  der
höhern  Kirchenbehörde,  eine  erledigte  geist-