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unter $ 4 Abs. 2 Nr. 1 und 2 StGB. genannten Delikte in
staatenlosen Ländern bestrafen. Nach dieser Ansicht wäre
mithin z. B. eine am Nordpol ausgestoßene Beleidigung
gegen einen Landesfürsten strafbar, während ein dort verübter
Mord straflos wäre und der Täter nach der Begehung
ruhig zu uns zurückkehren könnte.
Die andere Partei (wie z. B. v. Bar, v. Liszt, Stölzel
und Schneidler) geht wohl mit Recht über die wörtliche
Anwendung des Strafgesetzbuches in diesem Falle hinaus
und wili Verbrechen und Vergehen, die in stastenlosen Gebıeten
begangen sind, den Strafgesetzen unterwerfen, da
sonst z. B. der merkwürdige Fall eintreten könnte, daß ein
Deutscher, der mit einer deutschen Expedition auf staatenloses
Gebiet kommt, dort straflos fast jedes Verbrechen
oder Vergehen begehen könnte. Die Notwendigkeit, seine
Untertanen in solehem Lande für dort begangene strafbare
Handlungen zur Verantwortung zu ziehen, hat schon sehr
richtig das Institut für internationales Recht im Jahre 1883
erkannt, indem es in einer These ausführt: „Les nationaux
restent responsables, selon la legislation. de leur patrie, pour
toute infraction dont ils se rendent coupables dans des pays
qui ne sont soumis & aucune souverainit& quelconque ou qui
sont regis par une justice penale fondse sur des prineipes
tout & fäıt differents de ceux qui sont adoptes par les legislations
des pays chretiens ou generalement reconnus comme
pays eivilises®).“ Diese Ansicht, die allerdings heute die
weniger verbreitete zu sein scheint, kann man aber wohl
als die richtigere bezeichnen ; denn die räumliche Ausdehnung
der Strafgesetze muß ja vornehmlich nur aus dem Grunde
vorgenommen werden, um die Gerichtsgewalt der einzelnen
Staaten zu begrenzen. Und „auf nichtstaatlichem Gebiete
kommt die Wahrheit des Satzes, daß Gesetze nicht für
®) Annuaire $. 25.