angeordnet. Am 3. August abends haben wir Frankreich
den Krieg erklärt:).
1) Über die Gründe der Verzbgerung vom 1.—3. Augußt siehe weiter
unten S. 159.
Unsere Kriegserklärung nimmt Bezug auf feanzösische Feindseligkelten,
welche auf deutschem Geblet bereies stattgefunden haͤtten. Die
Bezugnahme war durch Mitteilungen veranlaßt, welche seitens des Generalstabs
dem Auswärtigen Amt über angeblich sichere Gakta gemacht waren.
Oer Generalstab hatte die Meldungen von unterstellten Organen erhalten
und in völlig gutem Glauben bei der politischen Leitung geltend gemacht.
Tatsächlich haben sie sich — wenigstens die Bombenwerfung auf die Bahn
bei Näürnberg — nachher als nurichtig herausgestellt. Angesichts der Gesamesltuation,
die den Krieg unvermeidlich machte, kann es gleichgälcig
erscheinen, ob vereinzelt verfrühte Akte von Feindseligkeiten huͤben oder
drüben stattgefnnden haben — auch Frankreich hat sich üäber Grenverletzungen
durch deutsches Wilitär bellagt (Gelbbuch 139) —, In weniger
stärmlschen Momenten häete sich ein Irrtum leicht aufklären und Remedur
schaffen lassen können; die elektrische Spannung jeuer Tage, die Aufregung,
dle alle Gemüter ergriffen hatte, hat manche Halluzination gedzeitige,
manches Gespenst erscheinen lassen. Uberall haben alarmierende Rachrichten
kurslert, die bona flde weltergemeldet wurden. Immerhin soll
festgestellt werden, daß diese Angaben der Kriegserslärung auf einem
bedauerlichen Irrtum beruhten. Oie Porgänge beweisen jedoch nur, daß
es ganz unmöglich ist, daß — wie uns russtscherseits gesagt wurde —
mobllisterte Heere sich „wochenlang Gewehr bei Fuß“ gegenüberstehen
können.
Wie sorgfältig sich übrigens der Chef des Generalstabs bemühte, auch
Beweise für die bedrohlichen Meldungen zu erhalten und wie sehr man
es bei uns ablehnte, verhängulsvolle Beschlässe voreilig zu fassen, geht
aus einem Telephongespräch vom 31. Jull mie dem Seneral Hell hervor,
der gemeldet hatte, er habe den Eindruck, daß Rußland an unserer Grenze
mobilistere, in Mlawa sollten bereits rote Zettel angellebe sein. General
von Moltke antwortete: Solch einen roken Lettel müsse er als Gewißheie
für die Mobllisation haben. „Fruͤher kann ich keinen Mobllmachungsbefehl
erreichen.“
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