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wart alles, also auch jeden meiner Gedanken und Willen
hervorbringe und so gewissermaßen durch mich selbst zu
sich bete, oder daß, wenn mein Wille ein von dem Gottes
unabhängiger sei, es eine Vermessenheit enthalte und von
einem Zweifel an der Unwandelbarkeit, also auch an der
vollkommenheit des göttlichen Ratschlusses zeuge, wenn man
glaube, durch menschliche Bitten darauf Einfluß zu üben“?
Ist das nicht der logisch konsequente Pantheismus, zu dem
gumnasiale formale Denkbildung den Durchschnitt befähigt?
Uebrigens betonte Schleiermacher gewiß im Unterricht
seiner älteren Jahre die läuternde Wirkung des Gebets
auf den Betenden selbst mindestens so stark, wie er die Einwirkung
auf den vollkommenen, unveränderlichen Schöpfer
als „einen Uebergang in das Magische“ ablehnte.
Das allerdings mag zutreffen, daß der Schüler nach
seiner damaligen Geisteslage den religiösen Gefühlsinhalt
des Unterrichtes Schleiermachers nicht beachtete und nur das
Gerippe übrig behielt. Für uns ist das Wichtige, daß die
Wärme und Gemütskraft des Neubegründers unserer Religiosität
eine innerliche Macht auf ihn nicht ausgeübt hat 5).
Wenn er nun auch, wie der alte Bismarck in den „Gedanken
und Erinnerungen“ eingangs urteilt, als „normales
Drodukt unseres staatlichen Unterrichts“ — warum eigentlich
die Animosität? — die Schule als antheist verlassen
hat, Ktheist war er deshalb noch lange nicht, so wenig als
Republikaner. Denn der Konsequenz der Gedanken stand in
ihm die Macht der angeborenen Gefühle und geschichtlichen
S#mpathien gegenüber; sie hielten ihn fest auf seiten der
#utorität, der theistischen und monarchischen Araditionen.