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Schlaraffenlandes kundzugeben, war also Herrn Bracke's schüchterner
Versuch nicht. Aber die Anzapfungen innerhalb und außerhalb
der Partei, „man müsse doch endlich einmal etwas Näheres
über die famose kommunistische Zukunftsgesellschaft zu hören bekommen!“
ließen sich nicht zur Ruhe bringen, so kräftig auch Herr
Liebknecht in seinen Leibblättern dreinwetterte, und so eifrig er
auch ganz mit denselben fadenscheinigen Gründen, wie heutzutage
noch, die unverschämten Neugierigen, welche als Zaungäste in seine
Zukunftszauberbude hineingucken wollten, zu verscheuchen suchte.
„Die reaktionäre heutige Klassenherrschaft kann auch nicht sagen,
wie es in fünf Jahren bei ihr aussehen wird,“ schrieb und schreibt
er damals wie heute noch. „Wie kann ein Billigdenkender also
verlangen, daß man ihm sage, wie der Zukunftsstaat aussehe?" So
wehrt sich Herr Liebknecht seit sechszehn Jahren gegen die lästigen
Frager, welche seinen bei jeder Reichstags= und Votksversammlungsrede
pathetisch ausgestreckten rechten Arm als Wegweiser nach dem
Zukunftsstaat ansehen. So hat er sich auch mit großer Entrüstung
über einige neugierige und naseweise Dränger unter den „Geosten.
auf dem Parteikongreß zu Halle im Oktober 1890 ausgeprochen.
Die reaktionäre heutige Klassenherrschaft antwortet aber freilich
auf all dieses Poltern des Erbpächters des Zukunftskaroussells,
wenn man ihm hinter seine Packleinwand gucken will, seit sechszehn
Jahren auch dasselbe. Sie sagt nämlich: „Nun, der Unterschied
zwischen der heutigen Ordnung, welche Ihr Rothen „reaktionär“
neunt, und Eurem Wesen oder Unwesen in spe, Eurem Parteiideal,
Eurer Zukunftsmusik, ist denn doch, mit Verlanb, ein gewaltiger.
Der springt doch Jedem in die Augen. Unsere bestehende Gesellschaftsordnung,“
sagen diese „Rcaktionäre", „darf ohne Bangen und
Ueberhebung prophezeien, daß sie in fünf, auch in zehn und zwanzig
Jahren ohne gewaltsame Störung noch genau so aussehen und
arbeiten wird, wie heute. Aber von den Herren, welche diese Ordnung
umstürzen wollen, darf nicht blos jeder Arbeiter ihrer Gefolgschaft,
sondern auch jeder andere deutsche Reichsbürger allerdings
die sofortige Antwort auf die Fragen erwarten: „Wie sieht es in
Eurem Zukunftsstaate ans? — Was vermögt Ihr uns Besseres
zu bieten als die heutige Gesellschast, und welche Gewähr habt Ihr
für Euer Versprechen künftiger allgemeiner Glückseligkeit?“ — Ein
Narr wartet auf Antwort! Und daß diese Antwort nicht gegeben
wird, beweist das schlechte Gewissen der Führer. Die ganze
Partei hinter ihnen würde zu Luft, wenn sie mit der Sprache
herausrücken wollten.
Ganz ähnlich sprach sich Fürst Bismarck (in der Tagung des
Reichstags über das Sozialistengesetz im September 1878) aus, in