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die sich mit der Lage der Städte befassen. So legt schon J. G. Kohl
in der ältesten der hierher gehörigen Arbeiten, in seinem Werke „Der
Verkehr und die Ansiedelung der Menschen in ihrer Abhängigkeit von
der Gestaltung der Erdoberfläche“ das Hauptgewicht auf die Lage der
Ansiedelungen, und zwar auf die mehr allgemeine Lage. Angeregt
durch die Kohlsche Arbeit behandeln Güldenpenning!) und Schneider ?)
die Lage der Ansiedelungen an Meeresbusen. Mit den Lagemerkmalen
der nächsten Umgebung, des eigentlichen Bauplatzes einer Anzahl von
Städten beschäftigt sich eine treffliche Abhandlung von F. G. Hahn
über „Die Städte der norddeutschen Tiefebene*. Die gleiche Aufgabe
hat sich eine Arbeit von Hugo Bonk über „Die Städte und Burgen
in Altpreußen in ihrer Beziehung zur Bodengestalt* gestellt. Weniger
zahlreich sind die Arbeiten, die sich mit der Stadtansiedelung selbst,
ihrer Gestalt, ihrem Straßennetz, der Bauweise ihrer Häuser u. s. w.
befassen. Joh. Fritz und im Anschluß an dessen Werk Otto Schlüter
haben Untersuchungen angestellt, die sich hauptsächlich auf die alten
Stadtteile unserer deutschen Städte beziehen. Andere Arbeiten, die
meist aus Architektenkreisen stammen, betrachten die Stadtanlagen
unter Rücksichtnahme auf die praktischen Bedürfnisse des Verkehrs
oder die Anforderungen der menschlichen Wohnungen oder auch nach
der künstlerisch-ästhetischen Seite hin. Es sei hier nur der Aufsätze
von Buls?), Henrici*), Baumeister?) und Sitte gedacht. ’Die genannten
Beispiele ergeben, daß die Arbeiten der zweiten Gruppe im Grunde auch
nur Einzelbeschreibungen sind, sofern sie eben eine Anzahl von Städten
nur unter einem oder wenigen Betrachtungspunkten zum Gegenstand
der Behandlung machen. Solche Arbeitsteilung, wenn hier der Ausdruck
erlaubt sei, ist wie für alle Wissenschaften, so auch für die Geographie
nützlich und notwendig. Andererseits ist aber doch zu betonen,
daß ein geographisches Objekt nur dann recht zu verstehen ist,
wenn es in Beziehung gesetzt wird einmal zu Objekten gleicher oder
ähnlicher Art und sodann zu allen und nicht nur zu einem der
mannigfaltigen Faktoren, durch die es geographisch bedingt wird. Die
einzigen Arbeiten, die die Städte in dieser zusammenfassenden Weise
behandeln, sind die betreffenden Kapitel in F. Ratzels „Anthropogeographie“
und „Politischer Geographie“. Jedoch sind diese entsprechend
der Stellung, die sie in jenen Werken einnehmen, allgemein gehalten.
Die vorliegende Arbeit will nun den Versuch machen, in der
Behandlung einer bestimmten Städtegruppe die Vorteile jener beiden
verschiedenen Arten von Monographieen zu verbinden. Sie will vergleichend
und im Rahmen der betreffenden Gruppe zusammenfassend
sein und doch dabei Rücksicht nehmen auf möglichst alle geographischen
Merkmale.
!) Güldenpenning, Ueber die Besiedelung der Meerbusen. Progr. Pyritz 1883.
?) Schneider, Die Siedelungen an Meeresbusen in ihrer Abhängigkeit von
den geographischen Bedingungen. Diss. Halle 1882.
3) Chr, Buls, Aesthetik der Städte. Giessen 1898.
ı) K. Henrici, Von welchen Gedanken sollen wir uns beim Ausbau unserer
deutschen Städte leiten lassen? Trier 1894.
°; R. Baumeister, Moderne Stadterweiterungen. Deutsche Zeit- und Streit.
fragen. Hamburg 188%.