Zur Einleitung. 725
Geröllbänken stechen wieder sehr entschieden ab von den dunkelgrünen, durch
Wiesen= und Moorgründe schleichenden kleinen Gewässern der Hügelzone.
Der wichtigste schwäbische Nebenfluß des linken Donauufers ist die
Wörnitzs, welche auf der Frankenhöhe in Mittelfranken entspringt und nach
einem südöstlichen Laufe, in welchem sie den Nord-Donauwinkel unsers Kreises
wiederum in zwei ungleiche Hälften theilt, bei Donauwörth in den Hauptstrom
mündet. Von den Bächen, welche westwärts der Wörnitz zur Donau
fließen, verdienen die Brenz und die Egge (die Quellen auf würtembergischem
Boden), dann der Kesselbach genannt zu werden. Zwischen der Wörnitz
und der Ostgränze des Kreises gehört noch die Ursel, bei Steppberg
mündend, hieher.
Im äußersten Südwesten von Schwaben und Neuburg haben wir endlich
noch mehrere kleine Gewässer anzuführen, welche dem Gebiete des Bodensees,
also mittelbar des Rheines angehören. Hierher zählen die Quellen
der am würtembergischen Bodenseeufer mündenden Argen, dann die Leiblach
und die Weissach und Rothach, welche in die Bregenzer Ach
münden.
Mit Seen sind die Allgäuer Alpen nicht so reich bedacht wie das oberbayerische
Hochgebirge. Zum Ersatz dafür hat unser Kreis sein Uferantheil
an dem größten und verkehrfähigsten deutschen See, dem Bodensee. Zwar
ist die bayerische Uferlinie am „Obersee“ nur etwa zwei Stunden lang, aber
durch den Hafen von Lindau und die hier ausmündende Eisenbahn wird diese
Strecke dennoch zu einer der wichtigsten des ganzen Gestades. Die Gesammtfläche
des Bodensees beträgt beiläufig 9/. Quad.-Meilen (davon 8 auf den
Obersee). Die größte Tiefe: im Winkel von Bregenz 225“, bei Mörsburg
573°, zwischen Arbon und Friedrichshafen 964“. Wie bei fast allen unseren
Alpenseen, so maß die Sage dem Wasserbecken auch hier früher eine viel
größere Tiefe bei (z. B. über 2000 Fuß zwischen Bregenz und Lindau).
Von kleineren Seen gehören dem Lechgebiete au: der Hopfensee und
der Weißensee, dem Allergebiete der Alpsee bei Immenstadt, dann die
Sonthofener Seen.
II.
Die naturwissenschaftliche Beschreibung des zum Kreise Schwaben
und Neuburg fallenden Antheils am Süddonau-Gebiete wurde be—
reits im ersten Bande der „Bavaria“ gegeben, der nördlich der Donau gelegene
Landstrich wird im Zusammenhange mit den fränkischen Gauen im
nächsten Bande von den Naturforschern dieses Werkes abgehandelt werden.
Als Nachtrag zu den Ausführungen des I. Bandes schalten wir dagegen
hier eine besondere Studie ein, über die Klimatologie unseres Kreises.