litaͤrs über die Grenze nach Bosnien befördert worden.
Die Freveltat erregte in Serbien, und zwar gerade in
Kreisen der Intelligenz, nur kaum verhehlte Freude,
die Jeitungen brachten zum Teil unerhörte Kommentare.
So stark war, von der Regierung begünstigt, seit Jahren
der Haß gegen Österreich von nationalistischer Seite geschürt
worden. Man glaubte frohlockend den nahen Verfall
der Habsburgischen Monarchie vorauszusehen, die
Presse hetzte in zügellosester Weise (Rorbuch 1, 3, ", 6,
19, Beilage 9). Die Regierung gab ihrer Entrüstung
über den Mord zwar offiziell Ausdruck, gab auch Versprechungen,
tat aber nichts, um dem Unwesen der Propaganda
zu steuern, sie tat auch (bis zum Ssterreichischen
Uleimatum) nichts Ernstliches, um eine Untersuchung
über den Ursprung des Attentats und die Teilnahme
an demselben anzustellen. Einer Anstiftung des Verbrechers
wird man die serbische Regierung nicht beschuldigen
können, aber sie trug unzweifelhaft die moralische
Mitschuld durch die von ihr genährten Tendenzen,
durch ihr Geschehen= und Gehenlassen. Es waren die
allslawischen Tendenzen, die auch von den russischen
Agenten systematisch gefördert und gegen OÖsterreich benutzt
waren.
Mich traf die Nachricht von der Ermordung auf der
Hochzeitsreise am Vierwaldstätter See. Von schlimmen
Abnungen erfüllt, telegraphierte ich nach Berlin, ob
meine sofortige Rückkehr erwuͤnscht sei. Ich erhielt die
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