Die Forstwirtschaft und deren praktische Förderung hat mir
immer am Herzen gelegen, zumal dem Staat durch Neuaufforstungen
neue Geldreserven geschaffen werden konnten.
Nächst Herrn v. Podbielski ist Freiherr v. Schorlemer der
tüchtigste Minister für Landwirtschaft und Forsten gewesen. Hat Herr
v. Podbielski dahin gestrebt, große Forstkomplexe im Osten zu schaffen,
um durch eine zusammenhängende Waldzone den Ostwind abzuhalten
und damit unser Klima zu verbessern sowie einen Naturschutz gegen
russische Einfälle zu schaffen, so hat Herr v. Schorlemer die Erschließung
der östilichen Forstreviere durch große Wegebauten und infolge
der dadurch erleichterten Holzabfuhr die Konkurrenzfähigkeit gegen
das russische Holz wesentlich gefördert. Beide Minister haben im
Verein mit mir unser prachtvolles preußisches Forstpersonal zu heben
und dessen Lebensbedingungen zu verbessern sowie sein Avancement
zu fördern getrachtet, was diese mir besonders nahestehende, immer
arbeitswillige und königstreue Beamtenschaft wohl verdiente, von
ihrer Ehrlichkeit, ihrem Fleiß und ihrer Zuverlässigkeit hing auch die
Zuführung großer Beträge zum Staatssäckel ab. Von der staatsmännischen
Klugheit und Tüchtigkeit des stets zielklaren Herrn
v. Schorlemer erwarte ich für den Wiederaufbau unseres Vaterlandes
noch viel.*)
Auf dem Gebiete des Forstwesens habe ich von den Forstmeistern
Freiherrn v. Hövel (Joachimstal, Schorfheide) und Freiherrn
Speck v. Sternburg (Szittkehmen, Rominten) auf meinen Pürschfahrten
mit diesen vorzüglichen Pürschjägern und Administratoren
viel gelernt.
Ein russisches Kuriosum auf dem Gebiet der Wildpflege sei hier
eingeschaltet. Der Zar, der von den starken Geweihen der Romintener
Hirsche oft gehört hatte, wünschte in Spala (Polen) gleichfalls solche
*) Sein vor kurzem erfolgter Tod, der ihn aus segensreichem Schaffen herausriß,
bedeutet für das Vaterland einen schweren Verlust.
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