324 1444.
a) Arnd Kleynsmyt, Freigraf zu Villigst (Velgyste) beurkundet, dass ')
Dietrich (Divich) Ploiger, Freigraf der krummen Grafschaft, auf Klage Dietrichse
van dem Vittinghof genannt Nortkirche, Prokurators des Hans Mangmeister,
wegen widerrechtlicher Ernisiehung seines Besitzes und Gefangensetzung
(gestochet, gevangen und geblochet) seiner Frau Klara die Bürgermeister Ulrich 5
Nenninger und Kaspar Mettelbach, ferner Hans Aerer den jüngern, Marquart
Mercklin, Peter Wiemar (Weidemar), Marx Schenchel, Bernhart Perlyn, Evert
von Finsterloh, Heinrich Kriech, Klaus Thyemar, Tonye?) Mettelbach und alle
Bürger und zu ihren Jahren gekommenen Mannspersonen der Stadt Heilbronn
auf heute vor den freien Stuhl zu Brünninghausen geladen und er wegen Ver- 10
hinderung Ploigers den freien Stuhl besetet habe. Nortkirche bringt die Klage
vor, sugleich eine neue, dass die Stadt die gefangene Klara zu einem Kompromiss
gedrängt habe. Von der Stadt isi niemand erschienen. Der Kompromiss
wird für ungültig erklärt und die Stadt als des Bruchs des Bürgerrechts schuldig
zu 2000 fl. rh. Schadenersatz verurteilt. — Umständer: Dietrich von Wickede, » 15
Stuhlherr, sein Sohn Heinrich von Wickede, Degenhard Haze, Johann Bockell, ®)
Ludwig von Wickede, Engelbert Koster, Rotgher von dem Vittinghof genannt Nortkirche,
Jakob Nortkirche, Johann Redick, Godeke Werner, Hans Vryman, Dietrich
ten Pothove. — Siegler der Aussteller, Dietrich und Heinrich von Wickede, Johann
Bockell, Ludwig von Wickede und Engelbert Koster. — 1444 (feria quinta post om- 20
nium sanctorum) Nov. 5. — Or., Pg., das letste Siegel abgerissen, aber beiliegend.
b) Vor dem freien Stuhl zu Brünninghausen tädingten Dietrich Nortkirche,
Prokurator der Kläger, und Heinrich Schelme, und Johann Sleper,
Schreiber und Diener der Erbstuhlherrn, die Parteien sollen auf Oculi vor den
Speyerer Rat kommen, 1445 (dinstag na der heiligen dryer konige tag) Jan. 12 25
(der folgenden Urkunde inseriert). Daselbst erschien aber von seiten der Kläger
niemand, worüber sich Heilbronn, verireten durch Ulrich Nenninger u. a., eine
Urkunde ausstellen lässt. — 1445 (ipso die dominico qua cantatur ocouli) Febr. 38.
(Or, Pg. mit Sehret). Die Sache kam wieder ans Freigericht zurück, auf
einem ersten l’ag kam swischen Klara und Jörg Gilis, dem Bevollmächligten 80
der Stadt, ein Aufschulb bis Juni 22 gu stande. Dann beraumt Dietrich Ploiger
mit Dietrich von Wickede und Dietrich Nortkerke einen Tag nach Borken auf
Mai 30, wenn dort nichts zu stande komme, nach Brünninghausen auf Juni 22
an. — Siegler der Aussteller und Dietrich von Wickede. — 1445 (mandage nach
Marcus dage) Apr. 26. — Or., mit Siegelresten. — Die Stadt bevollmächtigt ihren 35
Bürgermeister Markart Merklin für den erstgenannten Tag 144ö (frytag nach
fronlichnamstag) Mai 28. — Or. mit Sekret. — Über diesen Tag ist nichts vorhanden.®)
Die Stadt bemühte sich wieder, vom Freigericht frei su werden,
wandte sich an Pfalegraf Ludwig, der Dietrich Ploiger mitteilt, *) dass die Stadt
sich erbiete, vor sein Gericht zu kommen. 40
a)—a) auf Rasur.
1) Das Folgende hat im August 1444 stattgefunden. — ?) Nicht Anton,
sondern Daniel. — ?) Da das Or. der Vollmacht vorhanden ist, also nicht ausgehändigt
wurde, scheint der Tag nicht su stande gekommen zu sein. — *) In
Heilbronn ist dieser Brief vorhanden und zwar das Konzept, das aus der Heilbronner
Kanslei stammt. Eine Notie auf der Rückseite klärt dies auf: Wie
unser gnediger herre dem fry greven schriben solle.