1426 März 11 — Aug. 28. 245
504. Konrad von Neidlingen, der wegen zur Zeit der Feindschaft
zwischen König Ruprecht und dem Markgrafen ihm zu Stein
mit Brund zugefügten Schadens mit den Städten Heilbronn und
Wimpfen in Fehde gekommen ist, wird durch Bischof Raban von
D Speyer zu Bruchsal mit seinen Gegnern versöhnt, verzichtet für sich
und seine Helfer auf Schadenersatz und verspricht, die beiden nächsten
Jahre nicht gegen sie zu sein. — Siegler der Aussteller, Jörg von Bach
und Albrecht von Zeutern. — 1426 (mentag nach letare) März 11.
Heilbronn Lade 38,10. Or., Pg., das erste Siegel unkenntlich.
au 505. Anna AMettelbächin, Hans Ruxsingers Witwe, Bürgerin
zu Heilbronn, stiftet 880 Gulden zu Gunsten der Stadt und trifft
folgende Bestimmungen: 1) Das Geld soll weltliches Gut bleiben, steuerpflichtig
sein und vom Rat bezw. durch zwei aus seiner Mitte jährlich
auf Johannis Bapt. zu bestellende Pfleger verwaltet werden.
15 2) Die beiden Pfleger, die beiden Bürgermeister und die vier Stadtrechner
sollen einen Weltgeistlichen als Prediger, nicht lebenslänglich,
sondern auf beliebige Kündigung anstellen, um in der Pfarrkirche
oder wo es sonst not wäre, an den nachher bestimmten Tagen zu
predigen, und dafür die Einkünfte von der Stiftung bezahlen. 3) Da
% die Stiftung aber bisher noch nicht zum Gehalt für einen Prediger
reicht, soll der Rat vorderhand nur zeitweilig einen Prediger bestellen,
aber alles, was für das Amt noch gestiftet wird, mit dieser Stiftung
vereinigen, bis der Zins zum Gehalt für einen Prediger reicht, der
aber sonst nichts zu thun haben soll. 4) Die Tage, an denen gepredigyt
25 werden soll, sind: von Galli bis Ostern jeden Freitag, von Ostern
bis Galli am Samstag nacht nach der Vesper, das Jahr hindurch
jeden zweiten Sonntag, an Ostern, Pfingsten und Weihnachten und
je die 3 Tage danach, an den Vorabenden der Marienfeste nach
der Vesper, an Kreuzerfindung und -erhöhung, an den Tagen der
30 Al. Markus, Lukas, Anna, 10 000 Martyrer, Margarethe, 11000 Jung-Frauen,
Antonius, Agnes, Pauli Bekehrung, Dorothea, an den Vorabenden
der Apostelfeste nach der Vesper, und wenn sonst der Prediger
die Gnade habe oder von den Pflegern gebeten werde. — Siegier Bernold
von Thalheim d. ä., Swicker von Sickingen zu Scheuerberg, und
35 die Stadt, die über das Geld quittiert und verspricht, es nach der
Stiftung zu verwenden. — 1426 (nehsten frytag vor sant Bartholomeus
tag apostoli) Aug. 23.
Heilbronn Lade 23,22. Or., Pg. mit 3 Siegein.