Contents : Historische Untersuchungen. Heft V. (5)

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zeichnendste  Änderung  war,  dals  die  Kurfürsten  verlangten,  die
ständische  Deputation  solle  nicht  nur,  wie  der  Entwurf”  besagte,
dem  Erzherzog  über  ihre  Sendung  Bericht  erstatten,  sondern  nicht
minder  auch  dem  Erzkanzler,  als  dem  berufenen  Vertreter  der
Reichsstände.  Auch  wurde  eine  Bestimmung  des  Ausschusses  gestrichen,
  wonach  den  Fufsknechten  sechshundert  Reisige  von  den
Ständen  beigegeben  werden  sollten,  wohl  um  die  notwendigen
Rekognoszierungen  u.  s.  w.  vorzunehmen;  der  Erzherzog  nämlich
hatte  sich  erboten,  diese  Reiter  seinerseits  zu  stellen  N.  Dafür
wurde  nun  dem  Infanten  auf  seinen  Antrag  das  Zugeständnis  gemacht,
  dafs,  falls  die  Landsknechte  in  Ungarn  keine  Verwendung
fänden,  sei  es,  dals  der  Türke  das  Land  bereits  erobert  habe,  sei
es,  dafs  er  seinen  Marsch  anderswohin  richte,  wobei  zunächst  an
die  österreichischen  Erblande  zu  denken  war,  dann  die  Reichshilfe
dorthin  zu  wenden  sei,  wo  es  am  meisten  not  thue,  doch  mit  Genehmigung
  des  Königs  von  Ungarn,  als  welchem  die  Unterstützung
zunächst  bewilligt  worden  ?).

In  dieser  Weise  kamen  die  Schlüsse  des  Reichstags  in  der
Türk  nangelegenheit  zu  Stande,  wie  sie  sich  dann  im  Reichsabschied
  verzeichnet  finden®).  In  wortreichen  Wendungen  wird
hier  der  Entschlufs  des  Reichstages  verkündet,  „die  Krone  und
das  Königreich  zu  Ungarn  als  ein  christgläubiges  Königreich  dieser
Zeit  mit  Hilfe  nicht  zu  verlassen“,  und  zwei  Viertel  der  Romzugshilfe
  auf  sechs  Monate  als  eilende  Hilfe  nach  Ungarn  zu  senden;
der  Reichstag  hat  auch  bereits  allhier  die  Hauptleute  bestellt,
welche  die  Knechte  nach  Ungarn  führen  sollen‘).  Das  Weitere

ı)  Über  diese  Modifikationen  vgl.  W  zum  23.  August;  auch  lassen  sich
dieselben  aus  den  Änderungen  und  Zusätzen  in  der  ursprünglichen  Form  der
betr.  Aktenstücke  erkennen;  der  Streichung  der  Reiter  gedenkt  auch  Christof
von  Schwarzenberg  in  seiner  Relation  vom  23.  August.

2),  W  zum  21.  August:  Verhandlungen  der  Kurfürsten  und  Stände;  vgl.
dazu  das  Aktenstück  des  kurerzkanzlerischen  Archivs  „Wes  die  Verordneten
(der  Stände)  F.  D.  und  den  kaiserl.  Kommissarien  anzeigen  sollen“  (nämlich
als  Beschlufs  der  Stände)  und  W  zum  22.  August,  Bericht  der  zu  den  Kommissaren
  Verordneten  über  Annahme  des  bezügl.  Beschlusses  durch  den
Infanten.

3)  Neue  Samml.  der  Reichsabschiede  II  S.  275—277  ($  12—15  des
Speierer  Reichstagsschlusses).

%,  Hauptmann  des  ganzen  Unternehmens,  laut  des  angezogenen  Ausschulsgutachtens,
  war  Marx  Sittich  von  Ems;  sein  Leutnant  Eck  von
Reischach;  das  ursprüngliche  Gutachten  machte  Regensburg  als  geeignetsten