Full text : Protokolle der im October 1873 im Königlich Preußischen Unterrichts-Ministerium über verschiedene Fragen des höheren Schulwesens abgehaltenen Conferenz.

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bilde  Turnfeste  herstelle,  bei  welchen  als  Siegespreise  Eichenkränze
zur  Vertheilung  gelangten.  Seitens  der  Central-Turnanstalt  könne
leicht  festgestellt  werden,  welche  gymnastische  Uebungen  sich  am
besten  zu  diesen  Festen  eigneten.  —  Auf  die  im  Gesang=  und  im
Turnunterricht  für  den  in  Rede  stehenden  Zweck  verwendbaren
Mittel  wurde  auch  von  anderen  Seiten  nachdrücklich  hingewiesen.

Hinsichtlich  der  Aufnahme  der  deutschen  Kunstgeschichte  in  den
Lehrplan  der  höheren  Schulen  nahm  Hr.  Wiese  auf  das  früher
über  den  Gegenstand  von  ihm  Bemerkte  Bezug  (s.  S.  83).  Jetzt
fehle  es  noch  oft  an  Lehrern,  welche  die  erforderlichen  Kenntnisse
besäßen;  an  einigen  Anstalten  habe  man  aber  Kunstanschauungen  in
verschiedenem  Unterricht  schon  sehr  fruchtbar  zu  machen  gewußt.

Um  das  Interesse  der  Schüler  in  dieser  Richtung  anzuregen,
empfahl  man  (Reisacker),  auf  die  Anschaffung  von  passenden
Abbildungen  sowie  von  geeigneten  Werken  für  die  Schülerbibliotheken
  hinzuwirken.

Fra  “%  Nr.  8  der  Vorlage:
on  mehreren  Seiten  ist  gebeten  worden,  die
Stenographie  als  obligatorischen  Lehrgegenstand
  bei  den  höheren  Schulen  einzuführen.
Ist  es  rathsam  darauf  einzugehen?

Diese  Frage  wurde  von  dem  Referenten,  Dr.  Kern,  in  verneinendem
  Sinne  beantwortet.  Er  ging  von  der  Bemerkung  aus,
daß  die  Stenographie  zwar  in  einigen  Staaten,  z.  B.  in
Bayern  und  Oesterreich,  wenn  nicht  als  obligatorischer,  so  doch  als
facultativer  Lehrgegenstand  der  Schulen  eingeführt  worden  sei  und
daß  Sachsen  sogar  eine  Bildungsanstalt  für  Lehrer  der  Stenographie
  besitze.  Die  mannichfache  Anwendbarkeit  der  Stenozraphie  sei
nicht  in  Abrede  zu  stellen;  aber  was  aus  Utilitätsrücksichten  gelernt
  werde,  gehöre  darum  noch  nicht  in  die  Schule.  Ein  hervorragender
  Schulmann,  der  für  die  Einführung  des  in  Rede  stehenden
  Faches  sei,  habe  sich  doch  dahin  geäußert,  daß  seine  Aufnahme
in  den  Lehrplan  der  humanistischen  und  gymnasialen  Anstalten  bedenklicher
  sei  als  in  den  der  technischen  und  realistischen  Anstalten,
welche  auf  praktische  Berufsarbeiten  vorbereiteten.

In  der  Widerlegung  der  gegen  einen  Schulunterricht  in  der
Stenographie  geltend  gemachten  Gründe  sei  man  oft  nicht  glücklicher
  gewesen  als  in  der  Aufstellung  der  Gründe  für  denselben,
namentlich  derer,  welche  sich  auf  den  angeblichen  Beitrag  bezogen,
den  die  Stenographie  zur  formalen  Bildung  liefere.  Der  Unterricht
  in  der  Stenographie  sei  zunächst  mit  dem  im  Schreiben  zu
vergleichen.  Schreiben  lehre  man  in  erster  Linie  als  Mittel  zum
Zwecke;  es  sei  ein  ebenso  unentbehrliches  Mittel  zum  Zwecke  der