Metadata : Tägliche Erinnerungen aus der sächsischen Geschichte.

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Jahrhundert  die  erste  Landkarte  von  unserm  Vaterlande,  und  dem  in
der  Lausitz  gebornen  Hübner  die  ersten  bunten  (illuminirten)  Karten
  verdanken:  so  hat  Zürner  die  ersten  großen  und  ausführlichen,
sehr  ins  Einzelne  gehenden  Karten  von  Sachsen  verfertigt.  Der
sehr  achtbare  Mann  starb  1742.

13.  April.
Tapitulation  von  Gotha.

Schon  mehrmals  haben  wir  von  Herzog  Johann  Friedrich  dem
Mittlern  gehört  (siehe  den  8.  Januar  und  den  8.  Februar),  der  ein  ganz
ähnliches,  trauriges  Schicksal  erfuhr  wie  sein  Vater  Johann  Friedrich
  der  Großmüthige.  Der  heutige  Tag  nun  ist  der  Tag,  wo  dieser
  verblendete  und  bedauernswürdige  Fürst  die  tiefste  Demüthigung
  erleiden  mußte.  Er  hatte  in  Gotha,  wo  er  residirte,  den
Raubritter  und  unruhigen  Kopf  Wilhelm  von  Grumbach,  der  als
Märder  in  die  Reichsacht  gethan  war,  ausgenommen.  Das  war  an
und  für  sich  schon  nicht  erlaubt  und  eine  Beleidigung  des  Kaisers.
Aber  nun  wurden  auch  überdies  in  Gotha  vielfache  verrätherische
Pläne  geschmiedet:  Grumbach  wollte  den  Vater  August  meuchlings
ermordenz  Johann  Friedrich  wollte  sich  wieder  in  Besitz  des  Kurfürstenthums
  sehen  und  Krieg  deshalb  anspinnen;  es  wurden  in  Gotha
  Münzen  mit  kurfürstlichem  Wappen  geschlagen,  und  was  dergleichen
  verbrecherische  Unternehmungen  mehr  waren.  Der  Kaiser
und  Vater  August  ermahnten  den  Herzog  oftmals;  aber  Grumbach
hatte  ihn  zu  fest  verstrickt  und  spiegelte  ihm  immer  neue  Aussichten
für  die  Zukunft  vor.  Darum  ward  endlich,  da  Johann  Friedrich
gar  nicht  nachgab,  die  Acht  auch  auf  ihn  ausgedehnt,  und  Kurfürst  August
  zog  auf  Befehl  des  Kaisers  mit  vierzigtausend  Mann  herbei,  um
sie  zu  vollziehen,  d.  h.  um  ihn  aus  seinem  bisherigen  Besite,  dessen
er  vom  Kaisex  für  unwürdig  erklärt  war,  zu  vertreiben.  Der  Herzog
  schloß  sich  mit  Grumbach,  und  dessen  Genossen  in  die  Residenzstade
  Gotha  ein,  die  damals  ein  fast  unüberwindliches  Schloß  Grim-=menstein,
  hatte.  August  legte,  am  24.  December  sein  Heer  vor  die
Stadt  und  forderte,  sie  zur  Uebergabe  auf.  Allein  auf  Grumbach's
Geheiß  wurden  auch  jetzt,  noch  die  Gesandten  des  Kurfürsten  mit
Spott  abgefertigt,  und  darum  erfolgte  nun  vom  December  bis  April
immer  engere  Einschließung  und  oft  wiederholtes  Sturmlaufen.
Endlich  wurden  die  Bürger,  die  recht  wohl  ihr  trauriges  Schicksal
voraussahen,  wenn  di?  Stadt  erstürmi  würde,  im  hohen  Grade
unwillig;  die  Soldaten  des  Herzogs,  die  aus  Geldmangel  keinen