Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Achtundzwanzigster Jahrgang. 1900. (28)

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der  Postanstalt  den  mit  dem  Namen  des  Empfangsberechtigten  unterschriebenen  Ablieferungsschein,  die
quittirte  Begleitadresse  oder  die  unterschriebene  Postanweisung  überbringt  und  aushändigt.  Des  Schreibens
unkundige  oder  am  Schreiben  verhinderte  Personen  unterzeichnen  mittelst  Handzeichens,  welches  durch  den
Gemeinde-  oder  Bezirksvorsteher  oder  eine  andere  zur  Führung  eines  amtlichen  Siegels  berechtigte  Person
unter  Beidrückung  desselben  zu  beglaubigen  ist.

Vorstehende  Aenderungen  treten  mit  dem  1.  Januar  1900  in  Kraft.

Berlin,  den  28.  Dezember  1899.

Der  Reichskanzler.
In  Vertretung:  v.  Podbielski.



Vorschritften

über  die  Annahme  und  Anstellung  von  Anwärtern  für  die  mittlere  Laufbahn  im  Reichs-Post-

  und  Telegraphendienste.

I.  Civilanwärter.
§.  1

Annahme als Post-  Die  Annahme  von  Civilanwärtern  für  die  mittlere  Laufbahn  im  Post-  und  Telegraphendienst

gehülfe  oder  als Telegraphengehülfe

    erfolgt  entweder  als  Postgehülfe  oder  als  Telegraphengehülfe.

§.  2.

Annahme-  Für  die  Annahme  gelten  folgende  Bedingungen:

bedingungen.

1.

Der  Bewerber  muß  mindestens  das  Reifezeugniß  für  die  Untersekunda  einer  neunstufigen
oder  das  Reifezeugniß  für  die  erste  Klasse  einer  sechsstufigen  öffentlichen  höheren  Lehranstalt
  besitzen.)

Er  muß  bei  seiner  Einstellung  in  den  Dienst  das  17.  Lebensjahr  vollendet  und  darf,  wenn

er  als  Postgehülfe  eintritt,  nicht  das  20.,  wenn  er  als  Telegraphengehülfe  eintritt,  nicht
das  18.  Lebensjahr  überschritten  haben.

Der  Bewerber  muß  körperlich  für  den  Post-  und  Telegraphendienst  geeignet  sein,  insbesondere

  ein  ungeschwächtes  Seh-  und  Hörvermögen  sowie  gute  Athmungswerkzeuge  haben;
es  muß  feststehen,  daß  er  sich  sittlich  tadellos  geführt  hat,  frei  von  Schulden  ist  und  sich
während  der  Vorbereitungszeit  ohne  Beihülfe  aus  der  Postkasse  unterhalten  kann.



§.  3.
Anmeldung.  Die  Meldung  zum  Eintritt  als  Postgehülfe  oder  Telegraphengehülfe  ist  an  diejenige  Ober-Postdirektion
  zu  richten,  in  deren  Bezirke  der  Bewerber  einzutreten  wünscht.

Dem
1.

2. 3. 4.

5.

Gesuche  müssen  beigefügt  sein:

das  Schulzeugniß  (§.  2,  1)  und,  falls  der  Bewerber  nicht  unmittelbar  aus  der  Schule  in
den  Post-  und  Telegraphendienst  übertritt,  vollständige  und  bestimmte  amtliche  oder  sonst
glaubhafte  Zeugnisse  über  seine  Beschäftigung  und  Führung  seit  dem  Abgange  von  der
Schule,

eine  Darstellung  des  Lebenslaufs,  von  dem  Bewerber  selbst  verfaßt  und  geschrieben,

die  Geburtsurkunde,  sofern  das  Alter  nicht  aus  anderen  vorgelegten  amtlichen  Schriftstücken
sich  ergiebt,

ein  von  einem  Postvertrauensarzt  oder  einem  Staats-Medizinalbeamten  nach  vorgeschriebenem

Muster  ausgestelltes  Zeugniß  über  den  Gesundheitszustand  des  Bewerbers,
die  Erklärung  des  Bewerbers,  daß  er  frei  von  Schulden  ist,



*)  Anmerk.  Durch  welche  Schulzeugnisse  außerdem  die  vorgeschriebene  Schulbildung  nachgewiesen  werden
kann,  wird  besonders  bestimmt.