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selbst erzählen von einem toͤmischen Bischofe Marcellin,
der die Reihe der rômischen Bischöfe im dritten Jahrhundert
schloß, daß er bei Verfolgung des Diocletian die
christliche Religion feierlich verläugnet, feierlich den Götzen
geopfert habe. Seine Presbyters und Diaconen seyen christlicher
gewesen, als er, hätten seinem Beispiele in diesem
Stücke nicht gefolgt. Das war denn doch auch in einem
gewissen Sinn ein Nachfolger Petri gewesen. Nun soll
es ja nicht gelten, bei den Nachfolgern Petri an etwas
anders zu denken, als an den Petrus, dem Jesus die Schlüssel
des Himmelreichs gab, auf dessen Bekenmniß er seine
Gemeinde gründen wolle, daß selbst von der Hölle Pforten
sie nicht sollte überwältigt werden. Laßt uns billig seyn; dieser
Bischof, wovon die Kurialisten diese Geschichte erzählen,
war ein ehrlicher Mann, er hat den Glauben nicht verläugnet.
Wer sollte aber argwöhnen können, daß diese ganze
Geschichte bloß avon eifrigen Freunden des Pabstthums erdacht
worden sey! So dumm lügen oft die Menschen. — Diese
einfältigen Freunde des Pabstthums haben erzählt: Nachdem
dieser Bischof Marcellin auf jene Art zum Abgötter geworden
sey, habe man Synode über ihn gehalten; die Bischöfe
hätten aber gezeigt, daß sie sich nicht unterstehen könnten, diesen
Verbrecher zu richten, weiler römischer Bischof sey; man
babe es also seinem Gewissen heimgestellt, und er habe denn Lon
selbst den armen Sünder gemacht. Sind nicht die Kurialisten
unverständige Vertheidiger ihres Schutzpatrons, daß sie
auf ihn lügen, er sep zum Heiden geworden, nur, um auf
die Lüge, die ihnen eigentlich auf der Brust lag, daß der
Bischof souveräner Kirchenkaiser sey, ein bischen vorzubereiten!
Es geht mit dieser Geschichte, wie mit der von der Päbstin
Johanna, daß nämlich ein Weibsbild Pabst geworden, und bei
feierlicher Procession in Rom entbunden worden sey. Beide sind