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rfndern allerhand sachen Garg. 38; auch: erbnder
dieser nachricht, errählung. — erfinderisch, in der Weife
eines Erfinders, spürend Unug: von der erfindrischen in-
trigue Schiller 3, 6; erönderischer kopf; er ist or-
finderisch, sich selbst zu quhlen. — Erfindung, f. Hand-
lung des Erfindens: erfahrung und erfindung bleibt,
allezeit meister und richter Henisch; erfndung, die
des dichters brust entflummt Platen Abbaff. 1, 297;
Art derfelben: befolgte eine erziebungsart von eigen-
thumlicher ersfindung Keller Seldw. 2, 192; das so
Ersundene, Einsall: meine ertndungen, die ieb bisz-
weilen artlicb andrachte Simpl. 1, 333; — in tech-
nischem Sinne: e. einer kunst, eines gerütes; er zeigte
uns seine neuesten erfndungen; — Ersonnenes, Er-
logenes: indem sie ihm die dieksten bären und erfin-
dungen aufband Keller Seldw. 2, 192. — erflehen,
flehend zu erlangen suchen: was willst du. von ihm
(dem Himmel) erflehen? Schiller Iphig. 5, 3; auf
den kmieen vergebung erllchen Gandy Erz. 93; durch
Flehen erlangen: kein sturmendes gebet bat jemabls
seine kunst erflteht Wieland Klelia, Einleit. 77. —
erfliegen, mhd. orvliegen, fliegend erreichen: alle himmel
slanht ich zu erliegen Schiller Begegnung.
Erfolg, m. das als Wirkung, Ausgang Folgende:
unglucklicher erfolg, Crfolg einer rede, einen rath nach
dem erfolge schätzen Steinbach; ich stebe für den
guten ersolg Kotzebue Kleinst. 4, 11; frob ibrer bleu-
denden erkolge Treitschke 2, 84; in bedeutendem Sinne,
mit erfolg = mit gutem Erfolg; bestechende macht des
erfolges Treitschke 1, 570; selten — Versolg, Folge:
in erfolg dieser anberaumung Leffing lo, 114. —
erfolgen, mhd. er volgen, in älterer Spr. kranf., folgend
erreichen: bin ich an die worte und ordnung ungebunden
gewesen, und mich benugt, wann ich den verstand er-
folget Garg. 16; (Heere) maurchirten dem Necker hinauf,
uns und die unserige zu erlolgen Simpl. 3, 246; späler
intrans., folgen als Wirkung, Ausgang: daraus wird
nichls als ungluck erfolgen Steinbach; auf solehe ver-
brechen erfolgen schwere straten Adelung; als immer
noch keiue bestimmte antwort erfolgte Treitschke
1, 427; zahlung ist erfolst. — erfolglos, ohne Erfolg:
erfolglose spiegelfechterei Heyse Par. 3, 13; dazu:
verlangen, dessen erfolglosigkeit seibstverständlich war
Freytag Erinn. 216. — erfolgreich, reich an Erfolg:
crfolgreiche thütigkeit, bemühungen. — erforderlich,
was zu ersordern ist: die dazu erforderlichen miitel
Goelhe 39, 361. — erfordern, mhd. ervorderen. ver-
stärkles sordern (bei Luther erfoddern, später bis ins
18. Ih. auch erlodern); einen, berufen: Samson war
von gett dazu erfoddert Luther v. weltl. Oberkeit 1523;
Weemtter, aus vielen orten erfordert Garg. 196; etwas,
beischen, verlangen: hette ichs (das Geld) mit wucher
ertoddert Luc. 19, 23; die jenige mode welobe die
leute selbst erkodern Simpl. 2,124; in Anspruch nehmen:
das erfordert zeit und geld; die heiligung erfordert
muh Gellert 2, 222. — Erfordernis, u., früher f., was
erfordert wird: eine der ersten erfordernisse des dichters
erfinderisch — erfrechen.
Schiller 6, 323. — erforschen, sorschend ersahren oder
durchdringen, mhd. ervorschen; einen: du erforschest
mich und kennest mich Pf. 139, 1; etwas: erforschete
von juen, wo Cbristus solt goborn werden Makth. 2, 1;
cin gebeimnis, die geschichte wissenschaftlich erforschen;
(Priester) erforschen das gewissen Rosegger Wald-
schulm. 214.
Erfrauen, mhd. ervrägen, ausfragen, cinen: das man
In steupen und erfragen solt (peinlich) Ap. Gesch. 22, 27;
etwas, auch eincn, durch Fragen erfahren, ausfindig
machen: mun kan ihn niobt erfragen, wo er sich unf-
hält Stieler; wenn wirs genau erfragen Wieland
Klelia, Einl. 33; sie erfrugen von einem mütterchen.
den weg Freytag Handschr. I, 63. — erfrechen, refl.
Jrechheit brauchen, mit Gen. oder zu mil Inf.: dich
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jedes greuels straflos zu erfrechen Schiller Tell 4, 3;
erfrechst du dich so gottverdammter lugen mir ins
gesicht Heyse 20, 81; erfrechte sich, seine hubsche
nachbarin . aufmerksam zu machen CF Meyer Nov.
2, 3; neben erdreisten in gesteigerter Bed. (s. dort); Ins.
dies erfrechen Tieck Oct. 346. — erfreuen, froh machen,
mhd. ervröuwen: du erfrewest mein herz Ps. 4, 8; ein
freundlich weib erfrewet jren man Sir. 26, 16; wurden
sie boch erfrewet Matth. 2, 10; bin .. solober guter
botschuft herzlich erfrewet Luther 6, 3255; einen mit,
durch ctwas erfreuen; er ist uber die sache erfreut;
als Höslichkeitswort: erfreuen Sie mich doch mit einer
antwort Adelung; refl. Frende empfinden: er erfreuete
sich trefllich, dasz er die ehre batte Simpl. 1, 305; in
neuerer Spr. an etwas: wir erfreuten uns an dem mit-
gefühl dieser ehre Goethe Du W. 5; mit Gen.: wie
wurde die der rache sich erfreuen Wieland Diana
u. End. 383; — genießen: ich erfreue mich einer guten
gesundbeit; dasz ich . mich dieses tags erfreue Gellert
2, 140. — erfreulich, Freude erweckend: erfreuliche noch-
richt, antwort, deinc ankunft wird mir sehr erfreu-
lich sein Adelung; durch den erfreulichen eiodruck
Bismarck Reden 7, 150. — erfrieren, durch Frost ge-
tötet ober verderbt werden, mhd. ervriesen: es muste so
hart frieren, das alle menschen auf einen tag erfrören
Luther d. 147. Plalm 1532; ihr erfröret, wenn wir
(Holzhauer) nioht schwitzten Goethe Faust II 1; er-
frorene oder erdörrte fröschleich Garg. 71; pflanzen
erfrieren; erfrorene glieder; mit . . irfrorenen roten
hünden Ganudy Erz. 102; in milderer Bed. erstarren:
ich biu da drauszen ganz erfroren; was auch der ritter
thut. der sie beseelen will, erfroren bleibt ihr blut
Wieland Idr. 5, 114. — erfrischen, frisch machen, er-
quicken, mhd. ervrischen: erfrischt sie (die freundliche
rau) sein herz Sir. 26, 16; erfrische diesen mann
mit Speise und Trank) Schiller Tell 5, 2; erfrische
mich mit morgenthau Rückert ges. Ged. 1, 88; aus dem
erfrisebten grun Liebesfr. 5, 22; mit erfrischtem wute
Platen 4; maohbte sich auf, es (das bedrohte Palliano)
mit lebensmitteln und truppen zu erfrischen Ranke
Pänpste 1, 293; refl. sich an, mit, durch etwas erfrisoben;
e#r liesz sich durch den zuspruch seiner freunde er-
frischen; Part. erfrischende getränke; Gewerkswort der
Färber, seide erfrischen, Seide nach dem Alaunen klopsen
Und spülen; der Goldschläger, häute erfrischen, wieder
straff machen; in Schmelzhütten metall, zu leichler
Schmelzbarkeit bringen. — Erfrischung, f. das Erfrischen
und das was erfrischt: e. eincs kranken, e. durch ein
bad; eine kleine erfrischung zu sich nehmen; er-
frischungen herumreichen. — erfüllen, mhd. ervullen,
gänzlich füllen; selten von Gesäßen: als ihr die becher
randvoll suszes weines erfulltet Stolberg 11,266; vom
Naume: brausen erfullet das ganze baus Ap. Gesch.
2, 2; durch den das ganze haus urfüllenden rauchqunlm
Goethe Du W. 5; blätter (eines Buches) zu erlullen
Simpl. 2, 286; in Bezug auf Personen: seid fruchibar
und mehret euch und erfullet die erde 1. Mos. 9, 1;
unfinnlicher: die geistlichen seminarien erfüllten sich
Ranke Pänpste I, 370; alle landescollegien waren mit
protestanten erfullt 2, 9; in anderem Sinne: ward er-
lullet mit dem geist der weisheit 5. Mos. 34, 9; ersull
mit deiner gnaden gut deiner gleubgen herz Luther
Komm heiliger Geist; éin trunk das ganze lange leben,
den zecher durch und durch ersullend Lenau 73;
meine seele mit schmerz und bitterkeit erfullt Freytag
Val. 5; von Zeit und Maß: da die 2cit erfallct war
Luc. 9, 51; erfüllet auch jr dus mas ewer veter Matth.
23, 31; das sie jre sunde erfullen 1.Thefs. 2, 16; — leisten,
wahr machen, Genüge thun: die schrift Luc. 4, 21; die
wort des gesetzes 5. Mos. 27, 26; den lauf Ap. Gesch.
13, 25; gelahde Jer. 44, 5; eines bitte, begehr, wunsch:
seine pflicht; seinen guten vorsalz ertullen Hebel 2, 6;
erfreuen — erfüllen.