Pereinigte Stasten von Nerdameriha und Nanads. (April 2.—5.) 879
unseligen alten Zeit zu geschehen pflegte, als die Völker noch nirgends von
ihren Herrschern befragt, als Kriege im Interesse von Dynastien oder auch
von kleinen Gruppen ehrgeiziger Männer geführt wurden, die gewohnt
waren, ihre Mitmenschen als bloße Schachfiguren und Werkzeuge zu benutzen.
Nationen, die sich selbst regieren, überschwemmen die Nachbarländer
nicht mit Spionen und zetteln auch keine Intrigen an, um eine
kritische Lage herbei3zuführen, die ihnen Gelegenheit gibt, loszuschlagen und
auf Eroberungen auszugehen. Solche Pläne lassen sich nur im Verborgenen
schmieden, und wo niemand das Recht hat, Fragen zu stellen. Nur in
der Abgeschiedenheit der Höfe oder unter dem Schutze der sorgsam gehüteten
Geheimnisse, die zwischen den Mitgliedern einer engumgrenzten
privilegierten Klasse ausgetauscht werden, lassen sich durchtriebene Pläne
ausarbeiten und geheim halten, die auf Täuschung oder Angriff berechnet
sind, und die sich vielleicht von einer Generation auf die nächste vererben.
Sie sind glücklicherweise unmöglich, wo die öffentliche Meinung darauf besteht,
über alle Angelegenheiten der Nation voll unterrichtet zu werden.
Ein dauerhaftes Einvernehmen zugunsten des Friedens ist nur in der
Gestalt einer Genossenschaft demokratischer Nationen möglich. Einer autokratischen
Regierung könnte man nicht das Vertrauen entgegenbringen,
daß sie innerhalb einer solchen Genossenschaft Treu und Glauben halten
würde. Es muß eine Ehrenliga sein, eine Genossenschaft, die auf gemeinsamen
Anschauungen beruht. Intrigen würden ihr am Marke zehren;
Machenschaften innerer Kreise, die nach Belieben Pläne schmieden könnten,
ohne irgendwem Rechenschaft abzulegen, würden ihr am Herzen fressen.
Nur freie Völker sind imstande, ihr Streben und ihre Ehre stetig auf ein
gemeinsames Ziel gerichtet zu halten und die Interessen der Menschheit
kleinlichen Eigeninteressen jedweder Art voranzusetzen. (A steadfast concert
for peace can never be maintained except by a partnership of democratic
nations. No autocratic government could be trusted to keep faith
within it or observe its covenants. It must be a league of honour,
Partnership of opinion. Intrigue would eat its vitals away; the plottings
of inner cirches who could plan what they would and render account
to no one would be a cxorruption seated at its very heart. Only free
peoples can hold their purpose and their honour steady to a common
end and preler the interests of mankind to any narrow interest of
their own.)
Ist nicht jeder Amerikaner von dem Gefühle durchdrungen, daß unsere
Hoffnung auf den künftigen Weltfrieden neue Kraft gewonnen hat infolge
der großartigen und herzerhebenden Ereignisse, die sich während der letzten
paar Wochen in Rußland abgespielt haben? Die besten Kenner Rußlands
wußten, daß es in Wirklichkeit im Grunde seines Herzens stets demokratisch
war — in seiner ganzen Gedankenrichtung, in all den intimeren Beziehungen
zwischen seinen Volksangehörigen, wo die natürlichen Neigungen
und die gewohnheitsmäßigen Lebensanschauungen zum Ausdruck kommen.
Solange auch die Autokratie, welche den Bau des russischen Staatswesens
krönte, bestanden hat, und so schrecklich ihre Macht auch war: in Wahrheit
war sie weder ihrem Ursprung, noch ihrem Charakter, noch ihren Zielen
nach russisch; und nun liegt sie abgeschüttelt am Boden, und das große
und großherzige russ. Volk tritt in seiner angeborenen Majestät und Macht
in die Reihen der Scharen, die für die Freiheit der Welt, für Gerechtigkeit
und Frieden kämpfen. Das ist ein Genosse, der in eine Ehrenliga paßt!
Einer der Umstände, die zu unserer Ueberzeugung beigetragen haben,
daß die preuß. Autokratie niemals unser Freund war und es auch niemals
sein könnte, ist die Tatsache, daß sie vom ersten Anbeginn des Krieges an