Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

Ruhm  der  hohen  Doktoren,  gewiß  nicht  für  uradeliches  Interesse
  beforgt  war.  Es  war  ein  Klubb  gerade  solcher  Männer,
  die  alle  kaum  noch,  so  stark  sie  auch  sonst  waren,  gegen
das  immer  stärkere  Andrängen  des  Adels  und  Uradels,  wie
es  in  Kapiteln  und  Landes-Kollegien,  bei  den  wichtigsten
Aemtern  und  wichtigsten  Staatsverrichtungen  sich  fand,  den
letzten  Kampf  zu  bestehen  vermochten.  Ein  Klubb  gergde  solcher
  Männer,  die  noch  die  letzten  großen  Rechtshalter  ihrer
Art  waren,  und  so  auch  das  letzte  Denkmal  ihrer  alten,
längst  sichtbar  verschwindenden  Größe  selbst  noch  im  Frieden
zu  Osnabrück  aufrichteten.

So  isiis  wohl  verständlich,  warum  die  Fundation
allein  nur  als  Rechtsgrund  des  ausschließenden  Besitzes
des  Uradels,  künftighin,  kraft  des  Friedensschlusses,  gelten
sollte.  So  ist's  verständlich,  warum  dieser  Artikel  den  alleinigen
  Prätensionen  des  Uradels  immer  ungünstiger  ward,
je  mehr  man  darüber  sprach,  und  je  mehr  er  durch  Vorschläge
  und  Gegenvorschläge  zur  voͤlligen  Reife  kam.  So
ist's  denn  auch  leicht  zu  deuten,  warum  es  die  kaiserliche  Gesandischaft
  zuerst  war,  die  den  ganzen  Axtikel  so  streng  verfassen,
  und  jede  Milderung  zum  Vortheil  des  Uradels,  wie
sie  in  den  ersteren  Vorschlägen  des  evangelischen  und  katholischen
  Theils  lagen,  unbarmherzig  hinwegräumen  ließ.  Herr
Doktor  Volmar  war  damals  der  dirigirende  Mann  der  kaiferlichen
  Gesandtschaft!

Der  erste  Entwurf,  den  die  Evangelischen  zu  Oenabrück
  gemacht  hatten,  war  noch  ziemlich  mild  gewesen.  Man
hatte  nicht  von  allen  Stiftern  gesprochen,  sondern  nur  von
etlichen.  Man  schien  nur  bei  etlichen  Stiftern  die  Fundation
zum  Normalrecht  machen  zu  wollen,  weil  vielleicht  gerade
bei  diesen  Stiftern  der  erst  neueste  Versuch,  Alles,  was  nicht
Uradel  war,  völlig  auszuschließen,  den  allgemeinen  Unwillen