Liebmann, Otto, Philssoph (und Tyrischer Dichter), geboren am 25. Februar 1340 zu
Löwenbeng in Schlesien, besuchte 1859064 die Hochschulen Jena, Leipzig und Halle,
habiliierie sich 1966 als Privaldosent in Cibingen, wurde 1372 ausserord., 1378 ord. Prof,
in Strassburg und Ist seit 1852 ord. Prol. in Jena, Er schrieb: „Kant und die Epigonen“
(1965), „Ueber die Freiheit des Willens“ (1806), „Ueber den objektiven Anblick“ (1869),
„Vier Monate vor Paris“, Belagerungstagebuch (1371, 2. Aufl. 1896), „Analysis der
Wirklichkeit, Eine Erörterung der Grundprobleme der Philosophie“ (1876, 7. Aufl.
1581, die 3. Hull, ist im Bearbeitung), „Gedanken und Chatsachen. Philosophische
Abhandlungen u. 5, w. 1" (1832), „Ucher Philosophische Traditlon“ (1583), „Die Klimax
der Cheorien” (18555), „Wellwandeneng. Gedichte" (1893), „Gedanken und Chatsachen.
Eiilosophische Abhandlungen u. s. w. I und Ill" 1899).
Eliteneron, Deilev Frhr. von, Dichter, geboren am 3. Juni 1844 im Kiel, machte die
Feldzüge 1866 und 1870 als preussischer Cfflzier mit, war Jängere Zeit als Kal. er
wallungsbeamider, Strandvoigt, in seiner Heimat und lebt jetzt als Hauplnaun a, D.
zu Altona. Einer der begabtesten Dichter der jungen realistischen Dichterschule, er
schrieb: „Adjntantenritte* (1883, 3, Aufl), „Bedichte" (1384), die Schauspiele „Ku
der Bert“ (1585) und „Die Kantzow und die Pogwisch”, die Cragödien „Der Critels und
Palermo“ (1886) und „Die Merowinger* (1387), den Roman „Breide Bummelsbiittel“
(1857), mehrere Bände Lyrik und Novellen; „Eine $ommerschlacht“, „Inter Hattornden
Fahnen“ und „Der Mäcen“ (1800), „Der Keldegänger“, „Krieg im Frieden“ (1231)
und „Beue Gedichte* (1893), „Ausgewählte Gedichte“ (1896), „Kampf und Spiele“,
„Kämpfe und Ziele" (1895), „Briegsuovellen“ (1895).
Gilleneron, Rochus Frhr. von, Eitteratur und Musikforscher, geboren am $. Dezember
1820 zu Plön, studierte Cheologle, Rechiswissenschaft und germanistische Philologie
und habilitierie sich 1847 zu Bonn, lelstete 1848-50 der schleswig-bolsteinischen
Regierung Dienste, wurde 1852 Professor der Germanistik im Jena, ging 1855 als
Kammerherr und Kabinelisrat nach Meiningen, wurde 1869 zum Mitglied der bayrischen
Akademie der Wissenschaften und 1870 zum ord. Mitglied der preussischen historischen
Kommission ernannt und liess sich zugleich in Münden nieder, um hier die Redaktion
der „Allgemeinen deuischen Biographie” zu übernehmen. Seit 1876 Ist er Propst
(ritterschaftlicher Vorsteher) des St. Johannisklosters zu Schleswig. Raupiwerke:
„Distorische Volkslieder der Deuischen vom 13. bis 16. Jahrhundert” 1136569),
„Deutsches Ceben im Wolkslied um 15306° (1885), „Liturgisch-musikalische Geschichte
der evangelischen Goftesciensie 1523 bis 1700 (1803).
Eimburg-Stirm, Friedrich Wilhelm Gral zu, konservativer Polltiker, geboren am
6. August 1835 im Haag, studierte 185356 in Breslau und Bonn, war dann im
preussischen Justizdienst, tral 1860 zur Diplomatie über, 1871 Geschäftsträger in Kon-
stanlinopel, 1873—75 beschäftigt in der politischen Abteilang des Auswärgen Amtes
in Berlin, 1876—$1 preussischer Gesandter in Weimar, I. $epiermber 1880 bis 1. Juli
1531 mit der einstweiligen Wahrnehmung der Geschäfte des Staatssekreiäts im Aus-
wärigen Amt beiraut, am 1. Okiober 1892 in den Ruhestand verseist Seit 187
Initglied des preussischen Abgeordneienhauses, seit 1893 auch des dewischen Reichstags
für den Landkreis Breslan-Deumarkt. Wirkl, Geh. Kat, Mitolied des Staatsrals, lebt
au Gross-Peterwilz im Kreise Neumarkt.
Eimmer, Emil, Maler und Illustrator, geboren am 26. Jul 1854 zu Borna, erlernie
zuerst das Handwerk seines Waters, eines Cischlers, und besuchle dann die Kaunsı
akademien zu Leipzig und (sch 1876) Dresden. Zunächst widmete er sich der denre-
malerei, tral aber 1553 mit der „ilustrierien Zeitung“ im Verbindung, die ihm reichlich
Gelegenheil boi, sein Talent zum Mllusirieren in vielseitiger Weise zu beihäligen.
Besonders sind es Vorgänge der Cagesgeschichte, die Limmer mit grosser Schnelligkeit
und zulolge fleissigen, sorgsamen Skizzierens von Details in naturwahrer und zualeich
malerisch wirksamer Weise wiedergiebt.
Eindau, Paul, Bühnenscheilisieller, geboren am 3. Tauni 1839 zu Magdeburg, 1872
bis 1881 Redakteur der „Gegenwarl”, seit 1877 Herausgeber der Monatsschnilt „Nord
und Süd“, von 1895—95 Intendant des Koliheaters zu Meiningen, Er schrieb die
Lustspiele „Marion“ (1868), „In diplomalischer Sendung" (1872), „Ein Erfolg” (1874)
und „Die beiden Leonoren” (1888), die Schauspiele „Marta und Magdalena“ (1872),
„Diana" (1872), „Johannistrieb” (1878), „Bralin Eea“ (1870), „Jungbrumnen“ (1382),
„Der Schatten” (1830), „Der Andere“ (1895), „Die Qenus von Milo“ (1894), „Die
Erste" (1805), „Der Abend“ (1896), die Romane „Der Zug nach dem Westen“ (1836),
„Arme Mädchen“, „Spitzen“ (1555), „Die Brüder" (1896), „Der Agent” (8098),
Erzählungen, Reisewerke, kritlisch-ästhelische Schrillen, SHilterar-bistorlsche Studien.
Dramalischer Derw zeichnel seine Cust- und Schauspiele, gelstvoller Sarkasmus seine
krlischen Schriften Aus.
Einde, Karl, Cechnelog, geboren am I. Juni 1842 zu Bernderi in Überfranken, 1863
ausserord., 72-79 ord. Prof. der theoretischen Maschinenlehre an der Technischen
Hochschule in München, 187990 Direktor der Gesellschall für Lindes Eismaschinen in
Wiesbaden, errichtete in Milnchen eine Uersuchsstalion für Kältemaschinen. Verdient um
die Entwicklang der Cheorie der mechanischen Kälteerzerpung aus den Resullaten der
‚mechanischen Wärmelheorie und durch die Ausbildung typischer Konstruklionen Tür die
Bersiellung und Qerwerdung tiefer Cemperaturen, sowie für die Verflüssigung und
aa ern der Gase. Einde gelang 1898 die Verlligssigung der almosphä-
ischen Luft.
Eiuss, Bermana, Dichler, geboren am 22. Januar 1820 zu Lindau am Bodensee,
184650 Militärarzi, veröffentlichte 6 Bände Gedichte (1854— 89, die grosse epische
Dichtung „Die Völkerwanderung“ G80606—68, 2. Aull. 1892), das dramalische Gedicht
„Die Walkyren”" 0364), „Dunkle Gewalten”, erzählende Dichtungen (1879), drei Bände
Novellen, die dramatischen Dichlungen „Die Balilinarier“, „Der Doge Fandians*, „Die
Bregenzer Hlause“, „Die Frauen Salonas“, „Elyiia“, „Bögnis letzte Heerfahr" (Be-
samtausgabe 1897), „Die Alhener“, „Mach der Mesper*, „Agrippina”, „Berthold
Schwarz“, „Der Herr des Feuers“ (Gesamlausgabe, Neue Folge, 1899).
Lion, Justus Karl, Curnschriltsieller, geboren am 13. März 1829 in Götlingen,
besuchte die dartige Universität, wurde 1858 Lehrer an der Realschule in Bremer-
haven und 1862 Direktor des Sädiischen Schulturnens in Leipzig; von /d-%
lührte er die Oberaufsicht über den Tumunterricht an den Schüllehrerseminanen des
Königreichs Sachsen. Schriften: „Statistik des Schulturnens in Deuschland” 41875),
„Das Siosstechten” (1852), „Werkzeichnungen vn Cutngeräten“ (3. Hull. 1883), „Leis
iaden für den Beirieb der Ordnungs- und Frelübungen” (7. Aull. 1388), „Bemerkungen
über den Turmenlerrichi In Knaben und Mädchenschulen“ (4. Aufl. 1838), „Die
Biographien 31
Cumübungen des gemischlen Sprunges“ (3. Aull. 1895), „Katechismus der Be-
weqgungsspiele* (1S9M).
Elyps, Theodor, Philosoph, geboren am 28. Tuli 1851 zu Wallhalben In der Rhein:
pfalz, 1877 Privatdozem, 1834 ausserord. Prof, in Bonn, 1890 ond. Prof, In Breslau,
1894 in München. Werke: „Grundihatsachen des Seelenlebens“ 11833), „Psychologische
Studien“ (1885), „Ger Streit über die Cragödie* (1391), „Aesihefische Faktoren der
Raumanschanung” (1801), „Grundzüge der Logik” (1802), „Ueberselzung von Bumes
Abhandlung über die menschliche Natur I.* (1895), „Raumäsihetik und gesmelnsch-
optische Cäuschungen" (1897), „Komik und Bumor“ (1898), „Erhische Grundiragen” (1899),
Lirsins, Marie, siche La Mara.
Lissauer, Abraham, Arzt und Anihropolog, geborem am 20. Hugusi 1832 zu Bereni
in KWesipreussen, werde 1857 Arzt, praklizierte bis 1863 in Laufenburg und Neiden-
burg, bis 1892 in Danzig und ehe seitldern als Biblioihekar und Kusios der Schädel-
sammlung der anihropelogischen Gesellschaft zu Berlin. In den Feldzügen von 1866
und 1870— 71 war er Stabsarzı in den Feldlazareiten des |. Anntekorps, 1872 gründeie
er den anihropologischen Lerein zu Danzig und leitele ihn bis 1892. Er schrieb u. a.:
„Brania Prussica” (1874— 73, 2.1. Eibn), „Untersuchungen über die sagittale Krön-
mung des Schädels“ (1885, Arch. f. Anihr), „Die prähistorlschen Denkmäler der Provinz
Blesipreussen” (1387), „Altenitmer der Bronzezeit In Üesipreussen“ (1501).
Lobmeyr, Ludwis, Glasfabrikani, geboren am 2, August [870 zu Wien, übernahm
mil seinem Bruder Iosel 1855 nach dem Tode des Üaters das Yon diesem 18.43
gegründete Geschält, das er seil dem Ableben dieses Bruders 1864 allein weiterlührl.
Seine Erzeugnisse in farbigen wie in Krysiallglas sind durch ihre Gediegenheil, was
sirenge Einhaltung aller, auch der orientalischen Sille, anlangt, sowie namentlich
dur die kiguralen Gravierungen mustergiiltig geworden. Mi Tg und Böheim
veröffendlichte er: „Geschichte der Glasindusirie“ (874. Er wurde 1874 in das
Kuratorium des &sterreichischen Museums ltr Kunst und Industrie, 1888 in das
Herrenhaus des Österreichischen Reichsrales berulen. 1889 zum Ehrenbürger Wiens,
zum Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste und der Wiener Künstler
gengssenschafl ermanı,
Lat, Walıher Freiherr von, preussischer Generalsbersi der Kavallerie, geboren am
9. September 1828 auf Schloss Allner an der Sieg, nahm 1849 am badischen Teld-
zuge, 1802 am Feldzuge gegen die Beravölker des Kaukasus, 1864 in Algerien an
einem Zuge gegen die Kabylen teil, 15066 als Überstlentnant im Örossen Baupiquarlier,
1567-71 Kommandeur des Königs-Ausarenregiments, 1871 Brtgadeksınmandeur, 1873
Generalmajor, 1879 Generalleuinand und Kommandeur der 5, Division, 1880 General-
adjant, 18894 kommandterender General des $, Armeckops, 1886 General, 1503 General-
+berst der Kavallerie, 1895 Obersikommandierender in den Marken und Gouverneur
von Berlin.
Lömter, Friedr. Aug. Iohamnes, Hygieiniker, geboren am 24. Juni 1852 zu, Frank-
Turt a. 0. wurde 1879 Bilfsarbeiter im Kaiserl, Gesundheilsamt. 1834 $tabsarzı bei den
Friedrich- Wilbehinsinstitut in Berlin, 1586 Privatdozent daselbst, 1838 Proiessor in
Areitswald und 1895 Geh. Medizinalrat. Er Ifelerte das ersie sichere Beispiel vom
Zustandekommen der Immunität nach Uebersiehen einer Bakterienkrankheit und ent
dekte die Erreger: der Rotzkrankheit der Pferde (1882), der Retlaufkrankheit der
Schweine, der Schweineseuche, der Diphtherie der Menschen (15834), der Kälber und
der Tauben, sowie den Bacilius des Tkinseliyphus (ISO. Mit File einer neuen
Beizungs- und Färbungsmethode gelang ihm der Nachweis der Bewegungsoraane der
Bakterien. Er erlörschle die Maul- und Klauenseuche und Mefere die wissenschafl-
lichen Grundlagen für «ine praklisch wirksame Schwizimplung gegen diese Krankheit.
Mitbegrilnder des „Zeutralblantes für Bakleriologie und Parasitenkunde‘. Er schrieb
u. a.: „Vorlesungen äber die geschichtliche Entwickelung der Echre von den Bakterien“
{1887), „Das Wasser und die Mikroorganismen” (1896).
Eötftz, Ludwig von, Maler. geboren am 21. Juni 1845 zu Darmstadi, seit 1870
Schiller von W. Diez an der Akademie zu Mönchen, seil 1974 Lehrer, 1879 Professor und
189%3— 99 Direktor derselben, Studierte auch besonders die niederländischen Meister des
16. Jahrhunderts. Er ist Milglied der Akademien von Berlin, Wien und Antwerpen.
Von dem überaus freisinnigen Künstler unter anderen die Gemälde: „Spaziergang“
(1873, Wiener Melausstellung), „Kardinal“ (1876), „Geiz und Liebe* (1876), „Pietä“
11353, Nee Pinakothek zu Münden), mil der goldenen Medaille ausgezeichnet,
„Dimmellahrt Markae“ (1859, Dom xu Freising), „Erasmus von Rotterdam“ {Galerie
zu Siuligart), „Orpheus und Eurydice* (Neue Pinakothek in Minden).
Eohmann, Theodor Christian, Staatsmann, geboren am 18. Oktober 1831 zu Winsen
a. d. Aller, studierte 18550 —54 in Göttingen Rechts: und $taalswissenschaft, war bis
1869 im Staalsdienst des Königreichs Hannover. 1871 Bilisarbeiter, 1873 vortragender
Rat im preussischen handelsministernim, 1880 auch voriragender Rat im Reichsamt
des Innern, 1891 Direktor, 1802 Unterstaatssekrelär im Bandelsininisterium. Seil 18$1
ist er preussischer Bevollmächligier zum Bundesrat, seit 1883 auch Mitglied der Prülungs-
kommission für das diplomatische Examen, Er ist einer der bervorragendsien, einfluss-
reichsten TMilarbeiter an der sozialpolitischen Gesetzgebung der letzten beiden Jahr.
zehnie, Schriften: „Bürgerliche und kirchliche Armenpilege* (1865), „Kirchengeseize
der evangelisch «Tuiherischen Kirche des vormaligen Königreichs Hannover“ (1871), „Die
Fabrikgeseizgebungen der Staalen des europälschen Kontinents" (1878), „Denkschrift
des Zeniralausschusses Iür die Innere Mission über die soziale Frage” (1883).
Eoenlus, Edgar, Jurist, geboren am 14. Juni 1843 zu Paris, besuchte die Universi-
täten Bonn, Heidelberg und Berlin, wurde 1869 Privaidozen zu Heidelberg, 1870
in die Nerwallung des Beneralgauvemements Elsass berulen, 1872 ausserord. Prof. In
Strassburg, 1877 ord. Prof. in Dorpat, 1883 in Rostock und 1386 in Halle a. $. Schilien:
„Jerwaltung des Generalgouvernemenis Elsass" (878), „Geschichte des deutschen
Kirchensechts“ (1878), „Ballung des Staates aus rechtswidrigen Handlungen seiner
Beamten” (1879), „Die französische Verwallungsgerichtsbarkelt” (1886), „Lehrbuch des
deutschen Verwallungsrechts“ (1834), „Gemeindeverfassung des Urchristentums* (1888),
„Berichte und Verwallungsbehörden in Brandenburg-Preussen“ {18594. Mit Lonrad,
Elster und Cexis gab er das „Bandwörlerbuch der Staatswissenschaften" (1890 ff.) heraus.
Lorper-Housselle, Marie, Herausgeberin der „Echrerin in Schule und Baus, Zentral-
organ Nür die Interessen der Lehrerinnen und Erzieherinnen im In- und Auslande”,
geboren am I. Februar 1837 zu Gross-Leseulte bei Marienburg in Kesipreussen,