Full text : Rummelsburger Kreisblatt. 69. Jahrgang 1914 (69)

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Anträge  auf  Bewilligung  von  Beihilfen  aus  dem  Extraordinarium  zu  Flußregulierungen,  Eindeichungen
und  sonstigen  Lundesmeliorationen,  zu  deren  Föcderung  Beihilfen  aus  dem  Extraordinartum  des  Staatshaushaltsetats
  notwendig  sind,  sind  mir  mit  den  nötigen  Unterlagen  bis  zum  5.  Februar  1915  einzureichen.  Später  eingehende
  Anträge  werden  utcht  berück  ichtigt.

Rummelsbura,  den  16  November  1914.  Der  Lanudrat,  von  Trebra.

Anträge  auf  Bewillt#nz  von  Bethülfen  aus  den  Fo#os  für  genossenschaftliche  uno  kommunale  Fluß-“
regulierungen  (Kapitel  106  Titel  12  des  Etats  der  landwirtschaftlichen  Verwaltung  sowie  aus  dem  Landesmeliorationsfonds)
  sind  bet  mir  bis  zum  5.  Dezember  d.  Is.  unter  Beifügung  der  Unterlagen  zu  stellen.

Rummelsburg,  den  16.  Nov#-mber  1914.  Der  Laudrat,  von  Trebra.

Auszug  aus  den  Derlustlisten

bezüglich  des  Kreises  Rummelsburg  i.  Pom.

1.  Reservist  Robert  Kranz  —  Neukolziglow,  schw.  vw.  10.  Res.  Johannes  Kröhner  —  Liebenhof,  leicht  verw.

2.  Musketier  Karl  Remtz  —  Rohr,  leicht  verw.  11.  Res.  Wilhelm  Billbrandt  —  Zollbrück,  schw.  verw.
3.  Husar  Albert  Tetzlaff  —  Varzin,  vermißt.  12.  Res.  August  Gietz  —  Kamniz,  gefallen.

4.  Husar  Gustav  Beyer  —  Grünwalde,  vermißt.  13.  Res.  Retnhold  Wehler  —  Martenhütte,  schw.  verw.
5.  Wehrmann  Paul  Voll  —  Friedertckenfelde,  schw.  vw.  14.  Gefr.  August  Thrun  —  Hanswalde,  leicht  verw.
6.  Wehrm.  Sally  Ephraim  —  Rummelsburg,  schw.  vw.  15.  Res.  Karl  Hapke  —  Rochow,  leicht  verwundet.

7.  Kanonler  Erich  Sill  —  Clomitz  (Chomitz),  schw.  vw.  16.  Musketter  August  Seel  —  Wobeser,  vermißt.

8.  Füsilter  Robert  Ritting  —  Stachswalde,  schw.  vw.  17.  Dragoner  Paul  Stark  —  Varzin,  gefallen.

9.  Reservist  Paul  Kempe  —  Treblin,  leicht  verw.  18.  Res.  Alb.  Lawrenz—Ristow  (Püstow)  verw.  u.  verm.

Vorstehenden  Auszug  aus  den  letzten  Verlustlisten  —  soweit  der  Kreis  Rummelsburg  in  Frage  kommt
—  bringe  ich  hiermit  zur  öffentlichem  Kenntnis.

Rummelsburg,  den  16.  November  1914.  Der  Landrat,  von  Trebra.

Redaktion  des  amtlichen  Teils:  Königliches  Landratsamt  zu  Rummelsoucg  i.  Bom.,

B.  Moichtamtlicher  Teil.
Deutschlands  Brotversorgung.

Unsere  Feinde  bauen  darauf,  daß  Deutschland  trotz  aller  Waffenerfolge  schlleßlich  doch  durch  Nahrungsmangel
  zu  einem  ungünstigen  Frieden  gezwungen  werden  könne.

Es  ist  die  heilige  vaterländische  Pflicht  der  in  der  Heimat  Zurückgebltebenen,  diese  Hoffnung  zu  vereiteln.

Die  Versorgung  Deutschlands  mit  den  wichtigsten  Nahrungsmitteln  bis  zur  nächsten  Ernte  ist  gesichert,
wenn  sparsam  mit  den  Vorräten  umgegangen  wird.  Die  arglistige  Hoffnung  unserer  Feinde  wird  nicht  in  Erfüllung
  gehen,  wenn  das  Brot  nicht  vergeudet  und  das  Brotgetreide  nicht  an  das  Viteh  verfüttert  wird.

4  Wenn  die  bisher  alljährlich  verfütterten  großen  Mengen  Brotgetreide  zur  menschlichen
Ernährung  verwandt  werden  und  mit  den  Nahrungsmitteln  hausgehalten  wird,  so  können  wir
unbesorgt  der  Zeit  bis  zur  Einbringung  der  nächsten  Ernte  entgegensehen.

eder  von  den  Zarückgebltebenen  muß  zu  seinem  beschetdenen  Teil  durch  Sparsamkeit  mit  den  Nahrungsmitteln
  dazu  bettragen,  daß  unser  Volk  nicht  umsonst  die  Leiden  des  Krieges  auf  sich  genommen  hat.  Was
bedeuten  die  kleinen  Entsagungen,  die  wir  im  Inlande  hierfür  bringen  müssen,  gegenüber  den  Leiden  und  Entbehrungen,
  welche  unsere  Gatten,  Söhne  und  Brüder  in  Feindesland  ertragen!

Der  Bundesrat  hat  durch  Festsetzung  von  mäßigen  Höchstpreisen  für  Roggen  und  Welzen  dafür  gesorgt,
daß  das  Brot  dem  Volke  nicht  Übermäßig  verteuert  wird.  Aber  er  konnte  das  nur  tun  in  der  sicheren  Hoffnung,
daß  es  nicht  nötig  sein  würde,  das  Volk  erst  durch  hohe  Brotpreise  zur  Sparsamkelt  zu  zwingen.

Nach  den  Verordnungen  des  Bundesrates  vom  28.  Oltober  1914  (R.  G.  Bl.  S.  459  pp.)  muß
Roggenbrot  künftig  mindesten  5  Hunderttelle  Kartoffel  (Kartoffelmehl,  Kartoffelflocken,  Kartoffelstärkemehl,
gequetschte  oder  gertebene  Kartoffeln)  enthalten.  Aber  es  darf  auch  Brot  mit  größerem  Kartoffelgehalt  verkauft
werden,  wenn  es  mit  dem  Buc#staben  „K“  bezeichnet  wird.  Dieses  Kriegsbrot  sollte  jeder  sordern  und,  wer
selbst  bäckt,  sollte  nur  solches  Kriegsbrot  backen!  Wer  es  verträgt,  esse  Kommisbrot;  es  wird  bald  bei  jedem
Bäcker  zu  haben  sein,  wenn  es  verlangt  wird.  Das  Roggenkorn  wird  im  Kommißbrot  besser  ausgenültzt.

Da  der  Weizenvorrat  im  Lande  bis  zur  nächsten  Ernte  bei  der  in  den  letzten  Jahren  gesttegenen  Vorliebe
  für  Weißbrot  nicht  reichen  würde,  so  muß  fortan  zu  allem  Weizenbrot  Roggenmehl  mitverwendet  werden.
Das  Brot  wird  nicht  mehr  so  weiß,  aber  ebenso  schmackhaft  und  nahcrhaft  sein,  wie  bisher.

Wer  aber  an  seinem  Telle  mithelfen  will,  die  Berechnungen  unserer  Feinde  völllg  zu  schanden  zu