Ruͤckzug deckte er einen großen Theil des Gebietes der Verbündeten, und verhinderte,
trotz der großen feindlichen Uebermacht, jeden weiteren Fortschritt.
In dem französischen Heere diente ein großer Theil der sächsischen Truppen,
welche nach der Capitulation von Pirna unter preußische Fahnen gestellt, aber
theils einzeln, theils in geschlossenen Massen dem aufgezwungenen Dienste entgangen
waren. Sie standen jetzt unter dem Befehl des sächsischen Prinzen
Franz Taver in französischem Solde, denn ihre neue kriegerische Ausrüstung
war von Frankreich übernommen worden. Mit ihrer Hülfe hatte der Liebling
der Marquise von Pompadour, Prinz Soubise, einen Sieg über eine Abtheilung
der verbündeten Truppen erfochten, und deshalb, trotz der Erinnerung an
Roßbach, den französischen Marschallstab zur Belohnung erhalten.
Ungemein erfreut über den Sieg von Krefeld waren die Engländer, und
ihm war es wohl ganz besonders zuzuschreiben, daß auf einen Beschluß des
Parlamentes die Absendung englischer Truppen nach dem Festlande beschleunigt
wurde. Zwar langten statt der ursprünglich beschlossenen 18,000 Mann nur
zwei Dritttheile auf deutschem Grund und Boden an, doch waren fie vortrefflich
ausgerüstet und von schöner, kriegerischer Haltung; das Siegesvertrauen
des verbündeten Heeres wuchs durch diese wichtige Verstärkung.
Auch in Schlesien war der Feldzug mit Anbruch des Frühlings wieder
eröffnet worden, da sich die Grafschaft Glatz und die Festung Schweidnitz noch
in den Händen der Oestreicher befanden. Aus ersterem verjagte schon am
15. März der General Fouqué seine Gegner, während der König zwischen
Landshut und Friedland ein Beobachtungsheer zur Deckung der Belagerung
von Schweidnitz zusammenzog. Am 15. April wurde der Platz mit Sturm
genommen; die Oestreicher hatten ihn mit großer Ausdauer vertheidigt, denn
von der 9000 Mann starken Besatzung waren nur noch 1500 übrig.
Anstatt auf Daun loszugehen, der durch die Folgen der Schlacht von
Leuthen so geschwächt war, daß er nicht einmal eine Bewegung zum Entsatze
von Schweidnitz hatte machen können, drang Friedrich II. mit etwa 40,000
Mann in Mähren ein und belagerte Olmütz, einen Platz, den freilich Schwerin
im ersten schlesischen Kriege ohne Mühe genommen hatte, der aber seit dieser
Zeit stark befestigt worden war, und überdies von einem geschickten und sehr
entschlossenen General, dem Feldzeugmeister Marschall, vertheidigt wurde. Friedrichs
Absicht war ohne Zweifel, entweder durch einen ähnlichen Glücksfall
Herr eines wichtigen Platzes im Rücken des feindlichen Heeres zu werden, oder
den Feldmarschall Daun zu einem übereilten Anmarsch aus Böhmen und demnach
zu einem nachtheiligen Treffen zu verlocken. Jedoch seine Berechnungen täuschten.
Am 19. Mai hatte die Belagerung angefangen, und schon nahte der
Juni seinem Ende, ohne daß irgend eine Hoffnung auf Uebergabe sich zeigte.
Der Ingenieur-Oberst Balby, unter welchem die Belagerung von Schweidnitz
betrieben worden war, hatte schon bei dieser Gelegenheit darüber geklagt, daß
der König zu sparsam in Bezug auf seine Belagerungsmittel wäre, und dadurch