Full text: Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

84 1611 34—35. 
Januar31. meinem numehr auf den fuoss gebrachten kriegsvolk fortrucken, 
sein des ersbischofen L. nit genuegsamb versichert sondern neben 
dem herzogen auss Bayern als feind hinderlassen solte‘“ Na E. L. 
beim Erzbischof viel vermögen, wollen Sie sich bemühen, Aufklärung 
zu erlangen, wessen ich mich von ihm zu versehen habe, und ihn zu 
guter Korrespondenz mit mir zu vermögen. 
Ich überschicke E. L., was Braunschweig und Hohenzollern im 
Namen des Kaisers bei mir angebracht, was mir die böhmischen 
Landoffiziere auf mein Schreiben wegen des Einfalls in Oberösterreich 
geantwortet und was ich darauf erwidert habe! Da mir die Ver- 
ordneten des Landes ob der Enns am 26. und 27. borichteten, dass 
das passauer Volk sich nach Böhmen begeben habe, wodurch E. L 
vor aller Gefahr versichert sind, so hoffe ich, Sie werden sich gegen 
Schröttl so erklären, wie es meine und unseres Hauses Notdurft for- 
dert; denn ich will mich dieses gefährlichen Zustandes entledigen, 
wenn ich nur nicht hilflos bleibe. Geben Wien den lesten januarü 
a. 1611. — Praes, 13. Feb. 1611. 
Jb., Ambraser Akten, Missiven vom Feb. 1611, uo. 20; Or. 
Januar 31. 35. Zuniga an König Philipp IN. 
Los varones y cavalleros y ciudades deste reyno, que hazen los 
tres estados del que son los, que comunmente se juntan (por que el 
quarto, que os el eclesiastico, desde las eregias antiguas quedo tan 
baxo que no lo han admitido a las deliberaciones publicas), han 
venido por mandado de S. M.@!cesarea firnado de su nombre, aun- 
que segun se entiende sin su voluntad y antes de comengar la dieta, 
le han importunado a que firme las patentes de coroneles y capitanes 
y las ha firmado, tambien se entiende contra su voluntad, de 
manera que havra en este reyno dos exercitos contrarios ambos con 
patentes del omp.””, que debe de ser cosa pocas veces vista?. Oy se 
! Anbringen Braunschweigs und Zollerns vom 27. Jauuar in Wi., I. A. 1; 
Ka. 2991. — Böhmische Landoffiziere an König Matthias auf dessen Hilfe- 
begehren am 19. Januar: ebenda; Matthias an die böhmischen Landoffiziere 
am 28. Januar: eine lange Rechtfertigung seines Vorgehens und erneute 
Aufforderung zum Beistand zugleich mit der Ankündigung;, dass er eat 
schlossen sei, mit seiner ganzen Macht gegen die Räuber zu ziehen und 
die Erblande vor ihnen zu sichern; Wi.,a.a.O., Kpt., von Khlesl überarbeitet. 
(Nach einer Bemerkung Khlesls war dies Schreiben , offenbar mit Rücksicht 
auflBraunschweigs Werbung, vom 27. auf den 23. Januar zurückdatiert worden.) 
' Ueber den Beginn der ständischen Rüstungen in Böhmen vgl Gin- 
dely, Kaiser Rudolf etc, 1I. 8. 182 und 188. Die Rüstungen waren 
von lauger Hand vorbereitet; als Führer war von Anfang an Graf Hein- 
rich Matthias von Thurn ausersehen (Schreiben Silbermanns an Pfalzgraf 
Philipp Ludwig vom 8./18. Dezember aus Prag, wonach schon damals 
die Werbung verordnet wurde, in Ma., 299/18, f. 83; Kopie. — Schreiben Fried- 
richs Grafen von Fürstenberg an König Matthias vom 13. Januar in Wi.,I.A.1, 
Ka. 2991, Or. eigh.) Am 19. Januar teilen die böhmischen Landoffiziere, 
Räte und Defensoren dem König bereits mit, dass sie mit des Kaisers Zu- 
stimmung Reiter und Knechte werben und zum Schutz des Kaisers und des