18 Die Völkerwanderung.
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zehnten Jahr gestorben war, nahm Amalasuntha ihren Vetter Theodahat zum Mitregenten
an. Dieser aber ließ bald darauf nicht allein alle Anhänger der Königin, sondern auch
diese selbst töten, und gab dadurch dem Kaiser Justinian Veranlassung, den Vernichtungskrieg
gegen die Ostgoten in Italien zu beginnen.
5. Das Ende des Vandalen- und Ostgotenreickes.
Die Longobarden in ltalien.
Uneins mit den unterworfenen Römern, wie sie waren, konnten die Germanenherrschaften
dem ernsthaften Angriff einer geordneten Macht kaum wiederstehen. Kaiser
Justinian (527—565) sandte 535 seinen Feldherrn Belisar nach Afrika, und dieser
schlug den Vandalenkönig Gelimer, der sich nun in eine Felsenfestung Pappua flüchten
mußte, wo ihn Belisar den Winter über durch seinen Unterfeldherrn Pharas belagern
ließ. Die Not zwang ihn endlich zur Uebergabe, und Belisar hielt mit ihm seinen
Triumphzug in Byzanz ab. In Galatien, wo ihm ansehnliche Güter zugewiesen wurden,
endete der Vandalenkönig sein Leben und mit ihm verschwindet der Name und das Volk
der Vandalen. Justinian aber, stolz und vertrauend auf seine Siege, glaubte nun auch
dem Ostgotenreich in Italien seine Herrschaft zeigen zu müssen, und er fand einen Anlaß
dazu in der schon erwähnten Ermordung der Königin Amalasuntha durch Theodahat. Sein
Feldherr Mundus rückte in Italien ein, Sizilien wurde durch Belisar zur Unterwerfung
gezwungen, und nun zeigte sich Theodahat sogar zur Unterwerfung bereit. Wohl hatten
die Goten bald den Theodahat ermordet, aber an seiner Stelle den Witigis auf den
Schild erhoben; nach langem Kampfe nahm Belisar Ravenna und führte den Witigis
mit sich als Gefangenen nach Konstantinopel. Während er nun damit den Kampf für
beendet hielt, hatten die Goten schon wieder nach seinem Abzug einen anderen König
gewählt, den Totila, und nun kam beinahe ganz Italien wieder in die Gewalt der
Goten. Belisar, von Konstantinopel aus nicht genügend unterstützt, konnte nichts ausrichten,
und kaum war er abberufen, so fiel auch Rom wieder in die Gewalt Totilas.
Da kam von Norden her der neue Feldherr des Kaisers, Narses, und an den Apenninen--pässen
nahe dem alten Sentinum kam es zur Schlacht, in welcher Narses siegte und
Totila fiel. Elf Jahre lang hatte er über die Goten geherrscht, bis er ein solches Ende
seines Lebens und seiner Regierung fand. Unwürdig war es seiner Taten, denn während
in allen früheren Unternehmungen das Glück ihn begünstigt hatte, stand sein Tod in
keinem Verhältnis zu seinem ruhmreichen Leben. Z
Noch aber waren die Goten nicht entmutigt. Der junge Teja wurde von ihnen
zum König gewählt, und dieser zog nun zur letzten Verteidigung an den Golf von
Neapel an den laktarischen Berg. Hier von Narses in die Enge getrieben und von
jeder Zuflucht abgeschnitten, stellten sich die Goten zum Verzweiflungskampf. Ein ergreifendes
Bild entwirft der Geschichtsschreiber Prokop von diesem und dem Heldentode
Tejas. „Am Morgen begann die Schlacht. Allen sichtbar, den Schild vorhaltend, und
die Lanze vorstreckend, stand Teja, Freund und Feind sichtbar, vor seinem Schlachthaufen.
Wenig Waffengenossen waren ihm zur Seite. Als die Römer den König er-