Die Grafschaft Württemberg. 29
bühl, Eßlingen, Giengen, Gmünd, Hall, Isny, Kaufbeuren, Kempten,
Leutkirch, Lindau, Memmingen, Nördlingen, Pfullendorf, Ravensburg,
Reutlingen, Ueberlingen, Ulm, Wangen, Weil der Stadt. Es ergingen
kaiserliche Befehle zum Anschluß, die freilich nicht von allen befolgt wurden,
doch traten weiterhin noch bei: die Reichsstädte Augsburg, Donauwörth,
Heilbronn, Wimpfen, Konstanz (dieses erst 1499); der Erzbischof von
Mainz, der Bischof von Augsburg, die Komthure der Balleien Kapfen-
burg, Heilbronn und Donauwörth, die Aebtissin von Buchau, die Mark-
grafen von Ansbach und Bayreuth; Rottweil aber und zunächst wenigstens
die Bischöfe von Konstanz hielten zur schweizerischen Eidgenossenschaft, an
welche in früheren Zeiten die oberschwäbischen Städte überhaupt sich mehr-
fach angelehnt hatten. Der stets nur auf eine Anzahl von Jahren ab-
geschlossene schwäbische Bund wurde wiederholt, so z. B. im Jahr 1512,
erneuert und damals trat der württembergische Herzog Ulrich nicht bei,
wohl aber andere Fürsten, wie Herzog Wilhelm von Bayern-München.
Die Reihe der württembergischen Grafen von c. 1240—1495.
1) Ulrich l. mit dem Daumeny (c. 1240—1265). Dieser Graf,
mit welchem die urkundlich zu belegende Geschlechtsfolge des würt-
tembergischen Hauses beginnt,') hat den Grund zur Bedeutung
Württembergs gelegt, indem er, wie schon früher angegeben, die Kämpfe
der Staufer und ihrer Gegenkönige für sich auszunützen und überhaupt
seinen Besitz zu vergrößern verstand (Erwerb namentlich der Grasschaft
Urach u. s. w.). Er war zuerst mit der Markgräfin Mechthilde von Baden,
dann mit der Herzogin Agnes von Liegnitz vermählt und es folgten ihm
bei seinem Tode (25. Februar 1265) seine zwei Söhne
2) Ulrich II. (1265—1279) und 3) Eberhard I. der Erlauchtet)
(1265—1325). Beide waren bei dem Tode des Vaters minderjährig, der
jüngere Bruder Eberhard wahrscheinlich noch nicht einmal geboren, und
Ulrich starb schon am 18. September 1279 ohne männliche Nachkommen-
schaft, nachdem er sich bloß in seiner Grafschaft und in deren nächster
Umgebung bewegt hatte. ·
Eberhard erlebte mit Einschluß von Richard (von Cornwallis) und
der beiden Gegenkönige Ludwig des Bayern und Friedrich des Schönen
1) Bei Späteren heißt er auch „der Stifter“, weil er das Stift Beutels-
bach wiederhergestellt haben soll, wovon aber den gleichzeitigen Schriftstellern nichts
bekannt ist.
:) Deßhalb greift man in neuerer Zeit gewöhnlich, wie dies auch im vor-
liegenden Werke geschieht, für die Zählung der einzelnen, den gleichen Vornamen
führenden Grafen von Württemberg nicht mehr auf die Vorgänger Ulrichs zurück.
2) Dieser Beiname ist übrigens nicht einmal annähernd gleichzeitig.